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Chaos und schlechte Planung – GEW OWL kritisiert die neuen Regelungen für Grundschulen scharf

Dienstagabend, kurz nach 22 Uhr kam die offizielle Schulmail des Ministeriums, wie die Schulen ab dem nächsten Morgen mit den nicht mehr aufzulösenden positiven Pooltests umzugehen haben. Zeit für Vorbereitung und Information der Eltern blieb keine mehr.

Gerade das Testkonzept an Grund- und Förderschulen mit zweimal in der Woche stattfindenden PCR-Pool und ggfls. PCR-Einzelnachtestungen – bei allen Mehrbelastungen für die Kolleg*innen – wurde bisher als so sicher wie möglich empfunden. Dies Vorgehen bleibt nun nur an den Förderschulen erhalten, wird hingegen an Grundschulen aus- und durch ein kaum nachzuvollziehendes System ersetzt. Im Falle eines positiven Pools sollen nun alle Grundschulkinder am nächsten Morgen in die Schule kommen und dort einen Schnelltest machen.

Sowohl die hohen Fallzahlen als auch die mangelnden Laborkapazitäten waren vorhersehbar, alleine eine vorausschauende Planung fehlt wie schon oft im Laufe der Pandemie. „Die Schulen, die Schulleitungen, die Lehrkräfte, sie alle sollen nun auffangen, was die Politik erneut durch mangelnde Planung nicht geschafft hat“, kritisiert Susanne Huppke (Fachgruppe Grundschule).

„Viele Kolleginnen und Kollegen kommen sich vor wie Beschäftigte eines Testzentrums und sollen ganz nebenbei auch noch Unterricht in Präsenz und bei Bedarf dann auch noch in Distanz machen. Das ist ein untragbarer Zustand.“, so Huppke weiter. „Und jetzt kommt in schlecht besetzten Schulen auch noch hinzu, dass positiv getestete Kinder isoliert und gesondert betreut werden sollen bis sie abgeholt werden können. Wer soll das denn auch noch machen?“

Durch die zunächst über die Presse und dann in der Nacht per Schulmail mitgeteilten Regelungen werden jetzt Grundschulkinder, deren Pool am Vortag positiv war, in vollen Schulbussen zur Schule gefahren, wo sie in vollen Klassenzimmern sitzen. Wohl wissend, dass mindestens eines der Kinder positiv ist. Erst in der Schule erfolgt gemeinsam in der Klasse dann eine Nachtestung mittels Schnelltest. „Das ist doch kein Zustand. Zum einen ist die Kommunikation seitens des Ministeriums erneut eine Katastrophe zum anderen kann man hier von einem sinnvollen Infektionsschutz kaum noch sprechen“, so Stephan Osterhage-Klingler von der GEW im Bezirk Detmold.

„Das war doch alles vorhersehbar und ist nicht erst am Dienstagmorgen plötzlich zum Problem geworden. Warum wurden nicht längst Laborkapazitäten ausgebaut, um sicherzustellen, dass gerade für die jüngsten Schülerinnen und Schüler an Grundschulen, die bisher so gut wie noch gar nicht geimpft sind, zumindest ein angemessenes und sicheres Testverfahren mittels PCR-Tests aufrechterhalten werden kann?“

Auch die GEW OWL wünscht sich gerade aus pädagogischen und sozialen Gründen weiterhin Präsenzunterricht. „Aber nicht um jeden Preis.“, ergänzt Susanne Huppke. „Der Gesundheitsschutz der Kinder und der Beschäftigten muss genauso ernst genommen werden.“

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