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Kirche&Religion

Wir dürfen das Lächeln nicht verlernen

Die Hilfe für Wohnungslose findet in der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen statt

Paderborn/Unna. Die Lage für die Wohnungslosen wird in Zeiten der Corona-Krise immer schwieriger. Nachdem die Tafeln geschlossen seien, werde vielen das Geld für April spätestens Ostern wohl ausgehen, vermutet Ralf Plogmann, Vorstand des Caritasverbandes für den Kreis Unna. Wohnungslosen bietet die Caritas dort neben Beratung auch eine Tagesstätte, eine Übernachtungsstelle und betreutes Wohnen an. Rund 370 Wohnungslose betreut die Caritas im Kreis Unna. „Die Arbeit mit ihnen hat sich erheblich verändert“, sagt Plogmann. Die Tagesstätte, wo Angebote zum Spielen oder Kochen gemacht werden, musste geschlossen werden. „Stattdessen verteilen wir jetzt Lunchpakete zum Mitnehmen.“ Die Beratung von Wohnungslosen etwa für die Beantragung von Leistungen beim Jobcenter wurde eingeschränkt. Sie erfolgt nun über das Handy. Schecks vom Jobcenter werden durch ein Fenster ausgegeben.

Im ambulant betreuten Wohnen, bei dem ehemals Wohnungslose bei der Wiedereingliederung unterstützt werden, versuche man den Kontakt bei Treffen im Freien oder einem Spaziergang zu halten. „Das ist ein sehr wichtiger Kontakt, damit die Leute nicht vereinsamen“, erklärt Plogmann. Die Übernachtungsstelle mit Mehrbettzimmern ist weiterhin geöffnet, allerdings werden keine Neuen mehr aufgenommen. „Das Risiko wäre zu groß“, erklärt Plogmann. Spätestens wenn der erste Corona-Fall auftauche, werde man an Grenzen kommen. Für diesen Fall hat die Stadt bereits ein Notangebot eingerichtet. Nachweislich negativ getestete Wohnungslose könne die Caritas zudem im Haus der Beratungsstelle unterbringen.

Für den Fall, dass ein erster Coronafall unter den Wohnungslosen auftritt, bereitet sich auch der SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in Paderborn vor, der u. a. eine Tagesstätte und eine Übernachtungsstelle im Auftrag der Stadt betreibt. Die Stadt wolle ein Gebäude für eine eventuell nötige Quarantäne zu Verfügung stellen, berichtet SKM-Geschäftsführer Joachim Veenhof. Zudem soll die Übernachtungsstelle, die bisher morgens schließt, für einen 24-Stunden-Aufenthalt aufgerüstet werden, damit Wohnungslose nicht zwischen Tages- und Übernachtungsstätte hin- und herpendeln müssen. „Viele der Wohnungslosen gehören zur Risikogruppe, die wir besonders schützen müssen“, erklärt Veenhof. „Wir müssen eine Alternative zur Straße anbieten und möglichst viele Wohnungslose auffangen.“ Räume sollen umfunktioniert, ein Container aufgestellt und Unterhaltungsangebote geschaffen werden. Die Tagesstätte bleibt zumindest für die geöffnet, die keine andere Anlaufstelle haben. Aber die Abstände zwischen den Stühlen und Tischen sei vergrößert worden und die Beratung erfolgt hinter einer Plexiglasscheibe, sagt Veenhof. Nachdem die Essensversorgung durch die Einstellung von Ein-Euro-Jobs und die Tafelangebote wegfiel, sprangen örtliche Caterer mit gespendetem Essen ein. Dadurch und durch den Fonds „Unser tägliches Brot“ des Erzbistums Paderborn sei die Essensversorgung aber gesichert. Sorge bereitet ihm aber, dass sich unter den Wohnungslosen Angst ausbreitet. „Viele sind orientierungslos und überfordert. Wir müssen sie an die Hand nehmen.“ Schließlich seien sie besonders gefährdet. Ebenso wie viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im SKM. Ihnen zollt Veenhof besonderen „Dank und Respekt“ für ihren Einsatz für andere. „Sie leisten enorm viel.“

Insgesamt sei die Situation in der Wohnungslosenhilfe aktuell noch erstaunlich gut, sagt Ralf Plogmann vom Caritasverband für den Kreis Unna. Wie lange noch, könne er allerdings nicht sagen. „Das ist ein Pulverfass.“ Joachim Veenhof vom SKM Paderborn ist eins besonders wichtig: „Wir dürfen das Lächeln nicht verlernen.“

Info
Weil dem SKM Paderborn durch die aktuelle Lage viele Einnahmen verloren gehen, bittet er dringend um Spenden. Spendenkonto: SKM Paderborn: Bank für Kirche und Caritas eG, IBAN DE 12 47260307 0010 0108 00, BIC GENODEM1BKC

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