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Umwelt&Energie

Trophäenjagd: Widerstand aus Afrika

Über 90 Tier-/Naturschutzorganisationen und Expert*innen aus Afrika und aller Welt protestieren gegen Angebote von Trophäenjagdreisen auf der Jagdmesse in Dortmund.

Nashorn/Rhinozeros, im Hintergrund Antilope

München. Anlässlich der vom 24.-29. Januar in Dortmund stattfindenden größten Jagdmesse Europas fordern über 90 Tier- und Naturschutzorganisationen aus Afrika sowie Experten aus aller Welt in einem offenen Brief von der Stadt Dortmund, die Vermarktung und den Verkauf von Trophäenjagdreisen auf Europas größter Jagdmesse zu unterbinden. „Unser Ziel ist es, eine wahrhaft afrikanische Perspektive zu vermitteln, einschließlich der weit verbreiteten Haltung gegen die kolonial-geprägte Kommerzialisierung unserer bedrohten und geschützten Arten,“ so die Initiatorin des Briefes, Stefania Falcon von Wild Animal Protection Forum South Africa (WAPFSA).

Brief beklagt Verfestigung kolonialer Strukturen durch Trophäenjagd

Trophäenjagd hat fatale Auswirkungen auf die einzigartige Tierwelt Afrikas, aber auch ökonomisch und gesellschaftlich sind die Konsequenzen düster. Die Unterzeichnenden betonen, dass der proklamierte wirtschaftliche Ertrag der Trophäenjagd für die Menschen vor Ort maßlos übertrieben sei und dass vor allem Eliten profitieren. „Afrikaner haben eine tiefe Abneigung gegen den neokolonialen Charakter der Trophäenjagd“, heißt es in dem Brief. Denn die Trophäenjagd ermögliche reichen westlichen Eliten privilegierten Zugang zu Wildtieren, während der lokalen Bevölkerung selbst die Subsistenzjagd verboten ist. Die Verfasserinnen beklagen, dass die Trophäenjagd in kolonialen Strukturen der Ausbeutung verhaftet ist. „Anstatt die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu fördern und den Lebensunterhalt der lokalen Gemeinschaften zu sichern, vertieft die Trophäenjagd die Ungleichheit und verfestigt soziale Ungerechtigkeit“, so die Verfasserinnen.

Trophäenjagd bremst nachhaltige Entwicklung aus

„Wir sehen keinen Nutzen in der Fortführung dieses abscheulichen „Sports“, betont Stefania Falcon. Anstelle der Trophäenjagd gäbe es alternative Projekte in verschiedenen afrikanischen Ländern, die die Lebensgrundlage der lokalen Gemeinden sichern und gleichzeitig Ökosysteme erhalten, ohne sie auszubeuten. Diese langfristigen, nachhaltigen Projekte stünden jedoch häufig in Konkurrenz zur Trophäenjagd, die auf kurzfristigen Gewinn abzielt und den Ausbau zukunftsträchtiger Konzepte verhindert.

Wildtiere lebend mehr wert als tot

Verschiedene Studien zeigen, dass Wildtiere dem Tourismus lebend wesentlich mehr einbringen als tot. „Trophäenjagd ist eine Lose-Lose-Situation für Wildtiere und Menschen“, so der Brief. „Alle Unterzeichner und Befürworter des WAPFSA-Briefes hoffen inständig, dass Dortmunds Oberbürgermeister Westphal und der Stadtrat die richtige Entscheidung treffen und die Vermarktung und den Verkauf von Trophäenjagden auf gefährdete und bedrohte Arten auf der ‚Jagd & Hund‘ ein für alle Mal unterbinden,“ so Stefania Falcon von WAPFSA.

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