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Umwelt&Energie

NRW-Stiftung hilft bei der Rettung kleiner Stillgewässer

Stillgewaesser

Xanten/Düsseldorf/Greven/Paderborn. Schlammige, übelriechende Wassermassen, nach Luft schnappende oder bereits verendete Fische: So sieht in heißen Sommern die traurige Realität an vielen kleineren Seen und Teichen in Nordrhein-Westfalen aus. Doch das soll sich ändern. Die Wasserlauf-Stiftung für Gewässerschutz & Wanderfische NRW startet ein landesweites Modellprojekt zur ökologischen Rettung kleiner Stillgewässer. Die NRW-Stiftung unterstützt dieses Vorhaben mit bis zu 233.000 Euro. Das hat der Vorstand unter Vorsitz von Eckhard Uhlenberg entschieden.

Der Klimawandel macht den Ökosystemen in Nordrhein-Westfalen zunehmend zu schaffen. Sie leiden insbesondere in Hitzesommern. Gefährdet sind besonders Gewässer ohne fehlende Zu- und Abflüsse – in ihnen reichern sich mehr und mehr Nährstoffe an. Das Ergebnis: wachsende Schlammschichten, trübes Wasser und Krankheiten oder sogar Tod für Pflanzen und Tiere. Umgangssprachlich sagt man, das Gewässer „kippt um“.

Die Wasserlauf-Stiftung will gegensteuern. Sie plant den Einsatz von Umwälzanlagen in vier Seen in NRW – bei Xanten, im Süden Düsseldorfs, an der Ems bei Greven und an der Lippe bei Paderborn. Schwimmende Inseln sollen hier künftig für den Wasseraustausch sorgen. Sie pumpen sauerstoffärmeres Tiefenwasser an die Oberfläche und durchmischen es mit dem sauerstoffreicheren Oberflächenwasser. Sie sind solarbetrieben und benötigen keinen Stromanschluss.

„Die Technologie leistet den Gewässern sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Eckhard Uhlenberg, der Präsident der NRW-Stiftung. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist das Modellprojekt deshalb von besonderer Bedeutung.“ Fünf Jahre lang, bis ins Jahr 2028 hinein, sollen die Anlagen aktiv sein. Eine Arbeitsgruppe begleitet das Projekt. Expertinnen und Experten werten unter anderem laufend Messdaten der Gewässer aus, die die schwimmenden Inseln gewinnen. Am Ende sollen Handlungsempfehlungen stehen – für alle, die mit Gewässern zu tun haben, zum Beispiel die Fischereivereine im Land. Die sind an den vier Seen des Modellprojekts eng mit eingebunden. Sie halten die Seen im Blick, kontrollieren die Anlagen und setzen flankierende Maßnahmen mit um. Zusätzlich zum Einsatz der Technik wollen die Akteure neue Röhrichtzonen an den Ufern anlegen.

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 rund 3.500 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt über 300 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden. Mehr Informationen auf www.nrw-stiftung.de und im neuen Podcast „Förderbande“.

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