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Umwelt&Energie

Bielefelder “Stiftung Pro Artenvielfalt®” startet Schutzprojekt für bedrohten Steinkauz im Paderborner Land

Steinkauz
Steinkauz im Apfelbaum

Gute Nachricht für alle Natur- und Tierliebhaber: Mit einem umfangreichen Schutzprojekt im Paderborner Land wird die “Stiftung Pro Artenvielfalt®” heimischen Steinkäuzen und weiteren bis zu 4.000 Vogel-, Säugetier- und Insektenarten wertvollen Lebensraum sichern. In Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Baumpflegeunternehmen hat die Stiftung am 5. Dezember mit dem notwendigen Pflegeschnitt Hunderter Kopfweiden begonnen. Diese sind die bevorzugten Nist- und Brutplätze für die kleine Tageule. Während Kopfweiden früher wirtschaftlich genutzt wurden und das Landschaftsbild in den lippischen Flussauen und im Paderborner Grünland prägten, ist ihr ohnehin schon stark geschrumpfter Bestand ohne die notwendigen Pflegeschnitte, das Schneiteln, zunehmend bedroht. Damit diese letzten wertvollen Refugien für den Steinkauz nicht verloren gehen, benötigen die noch existierenden Weichholz-Bäume in Mehrjahresabständen einen aufwendigen, fachgerechten Kopfbaumschnitt.

Natürliche Lebensräume erhalten – für eine liebenswerte Heimat

Einen festen Platz hat der kleine Steinkauz leider nur noch auf der „Roten Liste Deutschland“. Und da steht er als „gefährdet“. Kein Wunder, sein bevorzugter Lebensraum wird zunehmend knapper: Kopfweiden im feuchten Grünland, alte Streuobstwiesen und vielfältig strukturierte Bauerngärten gibt es immer weniger. In einigen Bundesländern sucht man den Steinkauz bereits vergeblich.

„Mit unserem Steinkauz-Schutzprojekt im Paderborner Land kümmern wir uns um den Lebensraum dieser kleinen Tag-Eule, von der es deutschlandweit nur noch ca. 6.000 Brutpaare gibt“, so Roland Tischbier, Vorstandsvorsitzender der “Stiftung Pro Artenvielfalt®”. „Die Grünland-Niederungsbereiche des nördlichen Teils des Kreises Paderborn gehören mit ca. 300 Steinkauz-Brutpaaren auch heute noch zu den gut besiedelten Verbreitungsgebieten des Steinkauzes in Nordrhein-Westfalen und haben damit für diese Eulenart überregionale Bedeutung“.

Warum eine fachmännische Pflege von Kopfweiden notwendig ist

Steinkäuze nisten bevorzugt in Baumhöhlen oder in den Nischen und Höhlungen alter Gemäuer. Die alten höhlenreichen Obstbäume aber schwinden, ebenso die alten Gebäude und Gemäuer. Mit dem Ende der wirtschaftlichen Nutzung der Kopfweiden begann auch der Niedergang dieser landschaftsprägenden Baumcharaktere: Sie wuchsen und wachsen sich aus und die immer länger und schwerer werdenden Äste brechen unter ihrer eigenen Last, im Sturm und unter Eis- und Schneelast bis hinein in den Stamm. Damit gehen immer mehr Kopfweiden als Nist- und Brutplätze für unsere Steinkäuze verloren. Ersatzanpflanzungen brauchen Jahrzehnte, bis sie für die kleine Eule als Lebensraum nutzbar sind.

„Wir packen es in diesem Winter nach Jahren der Kopfbaum-Pflegepause erneut an und werden bis Ende Februar 2021 mit einem qualifizierten Baumpflegeunternehmen die im Sommer ausgesuchten Kopfweiden – mit Zustimmung der Landeigentümer – fachmännisch auf den Kopf setzen (schneiteln)“, so Roland Tischbier. „Damit sichern wir heimischen Steinkäuzen und weiteren bis zu 4.000 Vogel-, Säugetier- und Insektenarten wertvollen Lebensraum.“

Dank des Kopfbaum-Pflege-Förderbescheids des Landes NRW und dem EU-ELER-Programm kann die Baumpflege von 726 Kopfweiden finanziert werden. Weitere 106 Kopfweiden und neue Steinkauz-Nistkästen finanziert die Stiftung zu 100 % aus Spendenmitteln. Neben den vom Land NRW bewilligten Kopfweidenpflege-Fördermitteln besteht für das aktuelle Steinkauz-Projekt damit ein zusätzlicher Finanzmittelbedarf von bis zu 14.000 Euro.

Kulturhistorisch wertvoll – Kopfweiden bereichern das regionale Landschaftsbild

Kopfweiden sind Relikte einer Zeit, als es in der Region noch Korbflechter gab, die den heimischen und nachwachsenden Rohstoff zu nützlichen Produkten verarbeiteten. Fast jeder Hof mit Grünland hatte Kopfweiden und pflegte diese, um die schnell wachsenden Äste u.a. als Zaun- und Flechtmaterial oder als Brennstoff zu nutzen. Dies war besonders für die Hofstellen wichtig, die keinen Wald in nächster Nähe hatten. Der regelmäßige Schnitt der Weidenruten führte in den Weichholz-Bäumen zu einem Nährstoff-Stau, der die typischen Weidenköpfe ausbildet. Und da weiches Holz auch schneller fault, entstanden so über die Jahrzehnte im lebenden Weidenbaum tiefe Höhlungen und Spalten. Die knorrigen Charakterköpfe prägten das ostwestfälische Landschaftsbild stark und dienten nicht umsonst als beliebtes Motiv für regionale Maler wie Peter August Böckstiegel und Willy Lucas.

Foto: H. Glader

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