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Umwelt&Energie

Energiewende sieht anders aus

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in OWL sinkt um 0,1%.

Die Bilanz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Ostwestfalen-Lippe fällt für 2019 ernüchternd aus. „Von einer wirklichen Energiewende sind wir in der Region noch meilenweit entfernt“, so der OWL-Regionalvorsitzende des LEE NRW, Jürgen Wrona aus Delbrück.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch lag laut den Zahlen des Landesverbandes im Regierungsbezirk Detmold im vergangenen Jahr bei 34,4 Prozent – deutschlandweit waren es 42 Prozent. „Dass OWL trotz dieser schlechten Quote die Spitzenposition in NRW einnimmt, ist ernüchternd“, so Kerstin Haarmann, stellv. Vorsitzende des LEE-Regionalverbandes OWL. Sie fordert mehr Anstrengungen der Kreise und Städte in der Region, dem Klimawandel ernsthaft entgegenzuwirken.

„Es ist eine Farce, wenn man sich in OWL mit einer Klimakampagne rühmt, die hauptsächlich aus bunten Plakaten besteht“.

Aus Sicht des Verbandes müssen sich die Kommunen und Kreise endlich ihrer Verantwortung stellen: Der Ausbau der Windenergie sei in OWL fast gänzlich zum Erliegen gekommen, kritisiert der Regionalverband im Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). Im vergangenen Jahr wurden lediglich im Kreis Paderborn vier Windkraftanlagen zugebaut. Damit steigt die Zahl der Anlagen dort auf 531.

Im gesamten Regierungsbezirk zählt der LEE NRW damit 1.005 Anlagen. Nur im Regierungsbezirk Münster sind es mit 1029 noch einige wenige mehr.

Für einen kleinen Lichtblick sorgt immerhin der Zubau bei der Solarenergie in Teilen von OWL. In 2019 gingen knapp 3000 neue Photovoltaikanlagen ans Netz. Das war ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt lieferten 56.094 Solaranlagen in Ostwestfalen-Lippe sauberen Sonnenstrom. Die meisten Anlagen gibt es im Kreis Paderborn (12.559), gefolgt von Gütersloh (11.200) und dem Kreis Minden-Lübbecke (8.987). Abgeschlagenes Schlusslicht ist die Stadt Bielefeld (3.282). „Bielefeld könnte mehr zur Energiewende beitragen, lässt aber vor allem das Potenzial zur Solarstromerzeugung ungenutzt“, kritisiert der OWL-Regionalvorsitzende des LEE NRW, Jürgen Wrona.

Beim Thema Biogas belegt OWL im landesweiten Vergleich den zweiten Platz. Allerdings spielt die Bioenergie gemessen an der Windkraft bei der Stromversorgung eine nur untergeordnete Rolle. Ähnlich verhält es sich mit Strom aus Wasserkraft in der Region.

„Der Strombedarf wird noch deutlich zunehmen, zumal in Zukunft auch noch Wasserstoff in großen Mengen produziert werden soll. Die Landespolitik muss nun endlich zwingend Rahmenbedingungen schaffen, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien forcieren. Die Menschen in der Region wollen die Energiewende“, sagt Daniel Saage, stellv. Vorsitzender des LEE-Regionalverbandes OWL mit Blick auf eine repräsentative Umfrage, die der LEE NRW kürzlich in Auftrag gegeben hat. Demnach plädieren 92 Prozent der Menschen in OWL für einen schnellstmöglichen Umstieg auf Erneuerbare Energien.

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