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Samstag, 02 Dezember 2017
laptop and stethoscope

Per Klick zum Arzt: Sind Videosprechstunden die Zukunft?

Lange Anfahrtswege und Wartezeiten, Ansteckungsgefahr durch andere Patienten: Mit Arztsprechstunden per Videochat könnten diese Unannehmlichkeiten in einigen Fällen der Vergangenheit angehören.

Seit April 2017 können Ärzte in Deutschland Videosprechstunden als Kassenleistung anbieten. Laut einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom kann sich rund ein Drittel der etwa 63 Millionen deutschen Internetnutzern vorstellen, künftig Online-Sprechstunden zu nutzen. Wie sich die Angebote entwickeln werden, ist noch offen.

E-Health-Markt im Kommen

Für viele Menschen gehört es zur Normalität, sich online über Symptome, Ursachen und Folgen von Erkrankungen sowie mögliche Therapien und Medikamente zu informieren. "Dr. Google" bietet ein schier unendliches Angebot an (teils fragwürdigen) Portalen - genug, um eine "Cyberchondrie" zu entwickeln. Um dieser Online-Variante der Hypochondrie, falschen Selbstdiagnosen und gefährlichen Selbstbehandlungen entgegenzuwirken, brauchen Patienten einen vertrauenswürdigen und einfachen Online-Zugang zu verlässlichen und fachlich geprüften Informationen.

Die Nachfrage nach medizinischen Online-Diensten ist da. Dazu gehören Arztbewertungsportale wie Jameda. Über diesen Dienst kann man den passenden Arzt in der Nähe finden und einen Termin buchen. Außerdem hat Jameda das Lübecker Startup Patientus übernommen - einen führenden Anbieter virtueller Arztsprechstunden. Auch Online-Apotheken wie Juvalis haben schon längst auf diesen Trend reagiert und bieten ein umfangreiches Sortiment an Original-Arzneimitteln, die Kunden direkt nach Hause bestellen können. Auch Beratungen sollen bei zertifizierten Versandapotheken durch das Angebot des Rückrufs bzw. einer Kundenhotline nicht zu kurz kommen.

Telemedizin als ergänzende Behandlung

Die wichtigsten Gründe für die Nachfrage nach einem virtuellen Arztbesuch dürften sein: Zeit-, Komfort- und Mobilitätsgewinn. Angesichts des akuten Ärztemangels auf dem Land kann der virtuelle Arztkontakt für viele Patienten eine willkommene Lösung sein. Auch körperlich eingeschränkte Menschen können von Telemedizin profitieren, da der Weg in die Arztpraxis nicht immer barrierefrei ist. Das Angebot der Sprechstunden per Videokonferenz kann den Praxisbetrieb unterstützen, indem es den Andrang im Wartezimmer reduziert. Der Ärztekammer-Präsident Gottfried von Knoblauch fände es sinnvoll, wenn sich die Überwachung chronisch Kranker, kurze Kontrollen oder Vorgespräche über einen Videochat erledigen ließen. Eine ausschließliche Behandlung von Patienten aus der Ferne über Kommunikationsmedien ist jedoch nicht wünschenswert und ohnehin durch die ärztliche Berufsordnung untersagt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die technischen Voraussetzungen von Videochat-Sprechstunden sind bereits ausgearbeitet. Um etwa den Datenschutz des Patienten zu wahren, darf das Gespräch nicht aufgezeichnet werden und die Übertragung muss verschlüsselt sein. Trotzdem gibt es auch Vorbehalte gegenüber der Telemedizin. So fürchten laut der Bitkom-Umfrage 72 Prozent der Patienten Fehlbehandlungen. Deshalb werden auch in naher Zukunft Online-Sprechstunden weder eine eingehende körperliche Untersuchung noch ein ausführliches persönliches Arztgespräch ersetzen.

Bildrechte: Flickr laptop and stethoscope jfcherry CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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“In einer Irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.”

Voltaire, * 21.11.1694 † 30.05.1778

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