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Sport

Vier Bundesliga-Tennisprofis vom Team Hämmerling bei den US Open in New York

Teamchef Marc Renner: Was in der nächsten Saison sein wird ist heute nicht planbar.

Paderborn-Sennelager. Dass weltweit größte Sportvent in Europa, die Tour de France, ist am Samstag gestartet. Auch der Tennissport beginnt mit den US Open am Montag ein Turnier, welches auch Sportler aus aller Welt zusammenbringt. Ob dies angesichts der Pandemie richtig ist, weiß niemand und beurteilen muss das jeder Athlet aus seiner eigenen Verantwortung heraus.

Die Veranstalter haben sich zweifelsohne große Mühen in punkto Sicherheit gemacht und dass der internationale Tennissport wieder beginnt, beurteilt Dirk Hordorff, Vize-Präsident des Deutschen Tennis Bundes, als richtig: „Ich würde sagen, dass die Corona-Hotspots derzeit woanders als in New York liegen und die Veranstalter sehr darum bemüht sind, ein Coronafreies und -sicheres Turnier zu gewährleisten. Deshalb ist das Risiko nicht als wahnsinnig hoch zu bewerten, zumal man ja überall ein Risiko hat. Wenn man sich anschaut, wie hier in Deutschland einige Anti-Corona-Demonstrationen ablaufen, ist es wahrscheinlich weitaus sicherer, an den US Open teilzunehmen, als in der Berliner Innenstadt an solch einer Demonstration teilzunehmen.“

Kritik übt Hordorff allerdings daran, dass die Spieler vorher eine Verpflichtung unterschreiben mussten, dass sie für mögliche körperliche Folgeschäden nach einer Corona-Erkrankung keine Rechtsansprüche an den Veranstalter stellen können. „Warum die ATP, die ja für Vertretung der Spieler zuständig ist, das genehmigt hat, ist mir ein Rätsel. Wenn ich die Spieler vertreten würde, hätte ich den US Open gesagt, dass sie nicht einfach das Risiko auf die Spieler abwälzen können. Ein solcher Paragraph ist fast schon sittenwidrig.“

Nach wie vor bleibt es aber ein Grand Slam-Turnier, auch wenn es auf Grund einiger Absagen von Weltstars an sportlichem Niveau verloren hat. So treten unter anderem bei den Herren der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal (ATP 2) ebenso wenig an wie die Schweizer Roger Federer (krankheitsbedingt) und Stan Wawrinka sowie der Australier Nick Kyrgios. Fünf deutsche Tennisprofis sind bei dem mit 2,165 Millionen US-Dollar Preisgeld Tennisspektakel ohne Zuschauer dabei, welches vom 31. August bis 13. September andauert. So trifft die deutsche Nummer eins, Alexander Zverev (ATP 7), auf den Südamerikaner Kevin Anderson (ATP 124) und der Warsteiner Jan-Lennard Struff (ATP 34) muss zunächst gegen den Spanier Pedro Martinez (ATP 105) antreten. Philipp Kohlschreiber (ATP 74) spielt in der 1. Runde gegen den Kanadier Vasek Pospisil und Dominik Koepfer (Grün-Weiss Mannheim) hat den spielstarken US-Amerikaner Taylor Fritz (ATP 124) zugelost bekommen.

Der fünfte Name der deutschen Tennisprofis ist der 31-jährige Peter Gojowczyk (ATP 126) vom TC Großhesselohe, der sich der Herausforderung von Hubert Hurkacz stellen muss. Der 23- jährige Pole, Nummer 29 der ATP-Weltrangliste, war für die diesjährig ausgefallene Tennis-Bundesliga-Saison im ostwestfälischen Team Hämmerling TuS Sennelager als neue Nummer eins gemeldet. „Hubi hätte uns sicherlich sportlich weitergebracht“, so Teamchef Marc Renner, „und was im nächsten Jahr sein wird, können wir heute noch nicht planen.“

Des Weiteren sind mit den beiden Slowaken Norbert Gombos (ATP 109) und Jozef Kovalik (ATP 121) sowie dem Inder Sumit Nagal (ATP 122) drei weitere Hämmerling Profis im 128er Hauptfeld vertreten. Der 30-jährige Gombos trifft auf den für Grün-Weiss Mannheim spielenden Mazedonier Radu Albot (ATP 67), sein slowakischer Landmann Kovalik muss das Auftaktduell gegen den USAmerikaner Maxime Cressy (163) bestreiten und der indische Davis Cup-Spieler Nagal tritt gegen Bradley Klahn (ATP 128/USA) an.

Arthur Rinderknech (Team Hämmerling TuS Sennelager) mit Turniererfolg

Vor Ausbruch der weltweiten Corona-Epedemie hatte der Franzose Arthur Rinderknech geradezu einen sportlich bemerkenswerten Aufschwung und er konnte mit dem ATP Ranking 161 seine beste Platzierung aufweisen. Aktuell scheint der 25-Jährige an diese Erfolgsspur wieder anküpfen zu können. So zumindest seine aktuelle Bilanz. In der tschechischen Metropole Prag fanden nacheinander zwei mit jeweils 137.560 Euro Preisgeld dotierte ATP Challenger statt. Arthur Rinderknech konnte bei den bestens besetzten Turnieren – der schweizerische US Open-Sieger von 2016, die ehemalige Nummer drei der Welt Stan Wawrinka (ATP 15), war jeweils topgesetzt – überzeugen. Auch wenn der Franzose beim ersten Turnier im Einzel im Achtelfinale dem Kölner Oscar Otte (ATP 215) mit 2:6, 3:6 unterlegen war, gab es ein zufriedenstellendes Happy End. Mit dem 29-jährigen Landsmann Pierre-Hugues Herbert (ATP 68) bildeten sie ein spielstarkes Duo, welches sich mit dem Titelgewinn belohnen konnte. Im Finale gab es einen ungefährdeten 6:3, 6:4-Sieg gegen die mit einer Wild Card ins Turnier geholten Tschechen Zdenek Kolar (Team Hämmerling TuS Sennelager) und Lukas Rosol vom Rochusclub Düsseldorf.

Beim in dieser Woche (22. bis 30. August) laufenden Challenger-Turnier waren neben Arthur Rinderknech noch die Sennelager Bundesliga-Profis Jonas Forejtek (ATP 418/Tschechien), Frederico Ferreira (ATP 195/Portugal) und Zdenek Kolar (ATP 224/Slowakei) im 64er Hauptfeld vertreten. Am besten schnitt abermals Rinderknech ab, der unter anderem im Achtelfinale den deutschen Davis Cup-Spieler Daniel Masur (ATP 250/Tennispark Versmold) mit 6:3, 6:3 besiegen konnte. Allerdings musste er danach überraschenderweise im Viertelfinale eine nicht einkalkulierte Niederlage mit 6:0, 6:7(1), 3:6 gegen den Kasachen Dmitry Popko (ATP 176) vom Zweitligisten BASF TC Ludwigshafen hinnehmen. Nach glänzendem Start in die Partie mit einem 6:0-Satzgewinn lief es auch im zweiten Satz recht ordentlich. Als der Franzose jedoch vier Breakbälle zum möglicherweise entscheidenen Satzgewinn nicht nutzen konnte, war zugleich der spielerische Faden verloren gegangen. „Diese Niederlage kann ich mir selber nicht erklären“, so Rinderknech.

Manuel Guinard gewinnt ITF Future in Vogau

Im Achtelfinale unterlag Zdenek Kolar mit 3:6, 2:6 dem Niederländer Robin Haase (ATP 170). Dank einer Wild Card war der 19-jährige Tscheche Jonas Forejtek im Hauptfeld spielberechtigt, unterlag aber in der zweiten Runde mit 6:1, 6:7(7), 2:6 dem an Nummer neun gesetzten Österreicher Sebastian Ofner (ATP 163). Aus auch in dieser Runde für den Portgiesen Frederico Ferreira, der dem Ukrainer Sergiy Stakhovsky (ATP 169) vom Bundesligisten TC Badwerk Gladbacher HTC denkbar knapp mit 6:2, 6:7(4), 6:7(5) unterlegen war. In der in der Steiermark gelegenen 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde Vogau fand in der vorherigen Woche ein ITF Future-Turnier der Doppelkonkurrenz statt. Sennelagers Franzose Manuel Guinard (ATP 301) trat mit dem Deutschen Johannes Härteis (ATP 341/BASF TC Lugwigshafen) an und mit einem finalen 6:4, 6:4-Sieg gegen das französische Duo Sadio Doumbia/Matteo Martineau kamen sie beim mit 25.000 Euro dotieren Preisgeldturnier zum Titelgewinn.

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