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24-Stunden-Pflege in Paderborn: Wie Betreuung zu Hause Familien entlastet

24-Stunden-Pflege in Paderborn

Die Einkäufe erledigen oder die pflegebedürftige Person zum Arzttermin fahren – so fängt es an. Hilfe beim Anziehen, beim Kochen oder bei der täglichen Körperpflege kommt dann meistens später hinzu. Pflegebedürftigkeit kommt nicht auf einen Schlag im vollen Umfang, sondern entwickelt sich in Familien häufig schrittweise. Viele Menschen stehen irgendwann vor der Frage, wie man die Betreuung noch mit dem eigenen Beruf, Kindern und Alltag stemmen kann. Dieses Thema dürfte in den kommenden Jahren deutlich mehr Paderborner beschäftigen.

Die jüngsten vollständigen Pflegedaten des Kreises Paderborn zeigen, wie groß der Bedarf bereits ist: Zum Stichtag am 31. Dezember 2023 waren 18.939 Menschen pflegebedürftig. 16.407 davon lebten weiterhin zu Hause. Bei 11.958 Menschen übernahmen Angehörige die Versorgung ohne ambulanten Pflegedienst, weitere 4.449 wurden zu Hause mit Unterstützung eines Pflegedienstes betreut.

Eine Ende 2025 vorgestellte aktualisierte Hochrechnung geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis bis 2050 um mehr als 43 % steigen könnte. Grundlage war bereits die neuere 16. Bevölkerungsvorausberechnung.

Wenn stundenweise Hilfe nicht mehr reicht

Ein Pflegedienst kommt zu vereinbarten Zeiten. Dazwischen kann trotzdem Hilfe beim Kochen, Aufstehen, bei der Körperpflege oder bei Terminen nötig sein. Solche Modelle bietet zum Beispiel Linara an. Der Dienstleister vermittelt Betreuungspersonen, die zeitweise mit im Haushalt leben. Bei der 24 Stunden Pflege in Paderborn können je nach Bedarf Einkaufen, Mahlzeiten, Wäsche, Grundpflege, Spaziergänge oder Begleitungen dazugehören.

Der Begriff “24-Stunden-Pflege” kann allerdings missverstanden werden. Eine einzelne Betreuungskraft arbeitet nicht rund um die Uhr. Arbeits- und Ruhezeiten gelten selbstverständlich bei einer 24h Betreuung weiterhin. Linara spricht deshalb selbst von einer “Betreuung in häuslicher Gemeinschaft”.

Was kann im Alltag wirklich übernommen werden?

Eine Betreuungskraft hilft vor allem bei den Dingen, die jeden Tag anfallen: kochen, einkaufen, Wäsche machen, beim Aufstehen oder Anziehen unterstützen. Je nach Situation gehört auch Hilfe bei der Körperpflege oder beim Essen dazu.

Mindestens genauso wichtig kann die Zeit dazwischen sein. Gespräche, ein Spaziergang oder die Begleitung zu einem Termin entlasten Angehörige und bringen Struktur in den Tag. Je nach Situation können zudem digitale Lösungen in der Pflege zusätzliche Unterstützung bieten.

Bei medizinischer Pflege ist allerdings Schluss.

Injektionen, Wundversorgung, Verbandswechsel, Katheterversorgung oder das Verabreichen von Medikamenten gehören in die Hände qualifizierter Fachkräfte. Dafür braucht es zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst.

Vor der Entscheidung hilft deshalb eine einfache Bestandsaufnahme:

  1. Welche Aufgaben fallen morgens, mittags und abends tatsächlich an?
  2. Wo wird Hilfe im Haushalt gebraucht, etwa beim Kochen, Einkaufen oder Wäschewaschen?
  3. Reicht Unterstützung bei Grundpflege und Begleitung aus?
  4. Werden regelmäßig medizinische Leistungen benötigt?
  5. Wie viel können Angehörige selbst übernehmen?
  6. Zu welchen Zeiten ist zuverlässig jemand vor Ort?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, lässt sich einschätzen, welche Form der Betreuung tatsächlich passt und ob zusätzliche professionelle Pflege nötig ist.

Die Pflegekasse zahlt nicht alles

Eine Betreuungskraft im Haushalt ist nicht automatisch eine Leistung, deren komplette Rechnung von der Pflegeversicherung übernommen wird. Das Pflegeportal des Kreises Paderborn weist bei ausländischen Haushalts- und Betreuungskräften ausdrücklich darauf hin, dass die Finanzierung grundsätzlich selbst getragen werden muss.

Pflegegeld kann die monatliche Belastung zumindest teilweise abfedern.

Für 2026 gelten folgende Beträge:

  1. Pflegegrad 2: 347 Euro pro Monat
  2. Pflegegrad 3: 599 Euro pro Monat
  3. Pflegegrad 4: 800 Euro pro Monat
  4. Pflegegrad 5: 990 Euro pro Monat

Das Pflegegeld wird an die pflegebedürftige Person ausgezahlt, wenn die häusliche Pflege sichergestellt ist. Über den Betrag kann grundsätzlich frei verfügt werden.

Zusätzlich gibt es bei häuslicher Pflege bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag pro Monat. Der Betrag ist zweckgebunden und nicht frei für jede Betreuungsleistung einsetzbar.

Seit Juli 2025 steht ab Pflegegrad 2 außerdem ein gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege bereit.

Auch 2026 gilt: Das Geld ist für diese beiden Leistungen gedacht und nicht als pauschale Finanzierung einer dauerhaft im Haushalt lebenden Betreuungskraft.

Vertrag zuerst, Betreuung danach

Bei einer 24h Betreuung zählt nicht nur, was gemacht wird, sondern auch, wie die Betreuungskraft beschäftigt ist.

Die Verbraucherzentrale rät, vor Vertragsabschluss vor allem auf Leistungen, Kosten und Arbeitszeiten zu schauen. Bei entsandten Kräften sollte außerdem eine A1-Bescheinigung vorliegen. Sie zeigt, in welchem Sozialversicherungssystem die Betreuungsperson versichert ist.

Linara vermittelt in Paderborn Betreuungskräfte und nennt dafür einen Ansprechpartner vor Ort. Vor der Unterschrift sollten trotzdem Vertretung, Einsatzdauer und Aufgaben klar geregelt sein.

Was nicht im Vertrag steht, sorgt später schnell für Ärger.

Kostenlose Pflegeberatung direkt in Paderborn

Bei Pflegegeld, Pflegedienst, 24h Betreuung und Kurzzeitpflege kann schnell der Überblick verloren gehen. Der Kreis Paderborn bietet deshalb eine kostenlose und unabhängige Pflegeberatung an. Dort geht es um Leistungen, Anträge und passende Versorgungsformen. Gespräche sind im Beratungszentrum “Alter und Pflege” in der Aldegreverstraße möglich, nach Absprache auch zu Hause.

Zusätzlich bietet der Kreis 2026 monatliche Sprechstunden in den Städten und Gemeinden an.

Das kann gerade vor einem Vertragsabschluss helfen. Nicht jede Pflegesituation braucht eine Betreuungskraft im Haus. Manchmal reichen einzelne Einsätze eines Pflegedienstes, in anderen Fällen ist über viele Stunden Unterstützung nötig.

Der konkrete Bedarf zählt: Was können Angehörige übernehmen, wo wird täglich Hilfe gebraucht und welche Aufgaben gehören in professionelle Hände?

Erst dann lässt sich einschätzen, ob eine 24h Betreuung zu Hause wirklich passt.

pflege pflege

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