Thomas Anders im Interview mit der PaderZeitung vor seinem Konzert in Bad Nenndorf.
Bad Nenndorf. Am Samstag, 25. Juli, kommt Thomas Anders mit seiner Show „Thomas Anders sings Modern Talking – The 1st Album“ auf das Gelände der Landesgartenschau in Bad Nenndorf. Die Besucher dürfen sich auf die größten Hits von Modern Talking in neuen, zeitgemäßen Arrangements freuen. Für das Konzert sind noch Tickets erhältlich.
Vor seinem Auftritt sprach Thomas Anders telefonisch mit der PaderZeitung über das 40-jährige Jubiläum von Modern Talking, die neu produzierten Alben, seine musikalische Entwicklung und die Chancen und Herausforderungen durch künstliche Intelligenz in der Musik.
PaderZeitung: Herr Anders, zum 40-jährigen Jubiläum von Modern Talking war zunächst eine klassische Best-of-Veröffentlichung geplant. Daraus ist ein deutlich größeres Projekt geworden. Wie kam es dazu?
Thomas Anders: Die ursprüngliche Idee war tatsächlich eine Best-of-Veröffentlichung. Aber gemeinsam mit meinem Produzenten Christian Geller haben wir überlegt, was wir zum Jubiläum Besonderes machen können. Da ich heute die Stimme von Modern Talking bin, lag es nahe, das erste Album komplett neu einzusingen. Die Arbeit daran hat uns so viel Freude gemacht, dass daraus schließlich die Idee entstand, alle sechs ersten Modern-Talking-Alben neu zu produzieren.
PaderZeitung: Die sechs Alben wurden innerhalb eines Jahres veröffentlicht. Das war sicherlich ein enormer Aufwand.
Thomas Anders: Ja, das war eine große Herausforderung. Wir haben bereits ein Jahr vorher mit den Aufnahmen begonnen. 2025 konnten dann alle sechs Alben im Abstand von jeweils zwei Monaten erscheinen. Neben der Studioarbeit gehörten natürlich auch Promotiontermine und Musikvideodrehs dazu. So ein Projekt in dieser Größenordnung umzusetzen, war etwas ganz Besonderes.
PaderZeitung: Was war die größte Herausforderung bei den Neuaufnahmen?
Thomas Anders: Die Kunst war, den ursprünglichen Charakter der Songs zu erhalten und sie gleichzeitig in die heutige Zeit zu holen. Die Originale haben einen ganz bestimmten Sound. Wir haben uns deshalb jeden Titel genau angeschaut und überlegt, welche Elemente entscheidend sind.
Bei „You’re My Heart, You’re My Soul“ sind es zum Beispiel die typischen Keyboardklänge, bei „Cheri Cheri Lady“ der markante Panflöten-Sound. Diese Dinge mussten erhalten bleiben. Gleichzeitig ist Musik heute deutlich bass- und drumlastiger als vor 40 Jahren. Dadurch klingen die Songs frisch produziert, ohne ihre typische 80er-Jahre-Atmosphäre zu verlieren.
PaderZeitung: Gab es Songs, die Sie durch die neuen Arrangements selbst noch einmal anders erlebt haben?
Thomas Anders: Ja, besonders „You And Me“. Durch die neuen Gitarren und das etwas höhere Tempo wirkt der Titel heute unglaublich kraftvoll. Ich habe den Song dadurch noch einmal ganz neu wahrgenommen und ganz neue Gefühle dabei entwickelt.
PaderZeitung: Mit den Neuaufnahmen sprechen Sie sicherlich nicht nur die alten Fans an, sondern auch eine jüngere Generation.
Thomas Anders: Genau. Die Musik von Modern Talking hatte immer eine klare Botschaft: Habt Spaß, feiert das Leben und tanzt. Wir wollten nie komplizierte oder tiefgründige Botschaften vermitteln, sondern den Menschen Freude bereiten. Wenn auch jüngere Menschen diese Musik entdecken und Spaß daran haben, freut mich das sehr.
PaderZeitung: Ist nach den sechs neu produzierten Alben bereits ein weiteres Projekt geplant?
Thomas Anders: Im Moment nicht. Sechs Alben innerhalb eines Jahres neu zu produzieren, war schon außergewöhnlich. Das war ein sehr intensiver Prozess. Jetzt freue ich mich darauf, diese Musik live mit den Fans zu erleben.
PaderZeitung: Ein aktuelles Thema in der Musikbranche ist künstliche Intelligenz. Wie stehen Sie zur Entwicklung von KI in der Musik?
Thomas Anders: Ich habe keine Angst vor KI. Man kann Entwicklungen nicht aufhalten. Deshalb muss man lernen, mit ihnen zu leben und sinnvoll damit umzugehen.
PaderZeitung: Wo sehen Sie Chancen, aber auch Grenzen?
Thomas Anders: KI kann sicherlich viele kreative Prozesse unterstützen. Sie kann Melodien entwickeln oder Stimmen imitieren. Aber echte Emotionen entstehen weiterhin durch Menschen. Musik lebt nicht nur von Tönen, sondern von Erlebnissen, Persönlichkeit und Gefühl.
Kritisch sehe ich vor allem die Möglichkeit, Stimmen perfekt zu kopieren und damit neue Musik zu veröffentlichen, ohne dass der Künstler beteiligt ist. Solche Inhalte müssen eindeutig gekennzeichnet werden. Sonst werden falsche Tatsachen vorgetäuscht. Ich möchte jedenfalls nicht, dass meine Stimme ohne meine Zustimmung verwendet wird.
PaderZeitung: Was erwartet die Besucher in Bad Nenndorf bei Ihrem Konzert?
Thomas Anders: Ein Abend voller bekannter Hits, neuer Arrangements und ganz viel 80er-Jahre-Gefühl. Die Menschen sollen mitsingen, tanzen und einfach eine gute Zeit haben. Genau dafür steht die Musik von Modern Talking.
Das Konzert „Thomas Anders sings Modern Talking – The 1st Album“ findet am Samstag, 25. Juli, auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Nenndorf statt. Tickets sind weiterhin erhältlich.
Foto: by IDa








