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Wärmewende: Wieso der Gaspreis auch künftig teuer bleibt

Wärmewende: Wieso der Gaspreis auch künftig teuer bleibt

Laut Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie wurden 2021 so viele Gasheizungen in Deutschland verbaut wie seit 25 Jahren nicht mehr. Angesichts der angestiegenen Erdgaspreise dürften viele Immobilieneigentümer ihre Entscheidung für gasbetriebene Heizungsanlagen jetzt bereuen. Um bis zu 83 Prozent sind die Kosten für den fossilen Energieträger in diesem Jahr in die Höhe geschossen. Die Gründe für die aktuellen Preise sind vielschichtig.

Erdöl und Erdgas: Alternativen gefragter denn je

2022 werden die bundesweiten Energiepreise fast schon zur sozialen Frage. Bei den Strompreisen ist die Bundesrepublik schon lange Weltmeister. Nun gesellen sich zu horrenden Stromrechnungen stark erhöhte Gasrechnungen hinzu. Wer sich bei der letzten Heizungserneuerung nicht für fossile Energieträger, sondern Technologien wie Wärmepumpen oder Solarthermie aus der Photovoltaik entschieden hat, ist zu beglückwünschen. Denn auch in den kommenden Jahren zeichnet sich beim Preis für Erdöl und Erdgas keine Entspannung ab. Steht aktuell eine Heizungssanierung an, beugt man sich lieber der Wärmewende. Wer sich Wärmepumpe und Co nicht sofort leisten kann oder lieber hinsichtlich Wartung und Reparaturen langfristig versorgt sein möchte, für den sind Heizungsanlagen zum Mieten eine gute Option. Gerade jetzt kommt Wärmecontracting dieser Art vielen gelegen. Denn zahlreiche Verbraucher wollen die Marktentwicklung lieber noch beobachten, bevor sie sich in Sachen Heiztechnologie für eine langfristige Lösung entscheiden. Im Hinblick auf den Erdgaspreis spielen bei Marktbeobachtungen verschiedene Faktoren eine Rolle, etwa

  • die Art und die Schwierigkeit der Beschaffung.
  • Netzentgelte.
  • steuerliche und anderweitig zwingende Abgaben.
  • die politische Situation.

Der Einkaufspreis für Gas macht zusammen mit den Kosten für Vertrieb und Marketing sowie dem jeweiligen Gewinnaufschlag des Versorgers mehr als die Hälfte des Endpreises aus. Davon abgesehen verlangen die über 700 deutschen Gasnetzbetreiber für den Gastransport durch ihr Netz einen bestimmten Aufschlag, das sogenannte Netzentgelt. Zusätzliche Kosten fallen für den Betrieb und die Wartung von Gaszählern an. An dem durch Verbraucher entrichteten Gasendpreis haben sie einen Anteil von etwa elf Prozent. An den Staat gehen wiederum mehr als 20 Prozent des Gaspreises, vor allem in Form von Konzessionsabgaben, CO2-Besteuerung, Erdgas- und Umsatzsteuer.

Preisanstieg: Weshalb Gas immer teurer wird

Schon Ende 2021 hat sich der drastische Anstieg der Gaspreise angekündigt. Die Rekordwerte im gegenwärtigen Jahr liegen laut Experten an einer Kombination aus verschiedenen Einflussfaktoren, darunter

  • erhöhte Erdgasnachfrage: Derzeit benötigt die Welt mehr Gas, als gefördert wird. Besonders die nach den Corona-Lockdowns wiederbelebte Wirtschaft hat hohen Bedarf. Zeitgleich plant China, zur Emissionsreduktion von Kohle auf Flüssigerdgas umzusteigen.
  • zunehmende Bedeutung der Gaskraftwerke bei der Stromproduktion: Wetterbedingt wird derzeit auf der ganzen Welt weniger erneuerbarer Strom ins Netz eingespeist, als eigentlich benötigt wird. Deshalb müssen Gaskraftwerke zu sonnen- und windarmen Zeiten Strom produzieren. Der geplante Verzicht auf Atom- und Kohlekraftwerke verschärft die zunehmende Bedeutung von Gas zur Stromproduktion mittel- und langfristig noch weiter.
  • steigende Abgaben: Neben den Netzentgelten steigen Abgaben wie die CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe sukzessive an. Für die durch das Klimapaket der deutschen Bundesregierung angelegten CO2-Zertifikate ist bis 2025 ein jährlich steigender Festpreis vorgesehen. Ab 2026 ist außerdem eine Ober- und Untergrenze geplant, wobei der Preis ab 2027 allein vom Markt bestimmt wird. Dieses Angebot und Nachfrage Prinzip würde die Gaspreise weiter verteuern.
  • politische Konflikte: Mehr als die Hälfte des deutschen Erdgasbedarfs wird aus Russland bezogen. Wegen des Russland-Ukraine-Krieges hat die Bundesregierung in diesem Jahr Nord Stream 2 gestoppt und weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt. Dies könnte eine von russischer Seite gekappte Gaslieferung über die Pipeline Nord Stream 1 zur Folge haben. Die Konsequenz wären weitere Preissprünge, wenngleich aktuell Gaslieferungen aus den USA die Lage entschärfen.

Angesichts dieser Situation könnte der Gaspreis Geringverdiener bald vor bedeutende Probleme stellen. Daher plant die Bundesregierung derzeit Zuschüsse und Entlastungen. Außerdem sollen Terminals für Flüssigerdgas aus Katar oder den USA Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen schaffen. Auch alternative Energiequellen wie Wasserstoff könnten die Lage entschärfen. Dazu müsste zunächst ein Netzumbau erfolgen, der das Netzentgelt vorerst anheben würde.

Verbrauchertipps: Was Eigentümer und Mieter gegen die Gaspreise tun können

Wärme aus erneuerbaren Energien war niemals eine attraktivere Alternative zu Gas. Obwohl der Erzeugungsweg im Unterhalt relativ günstig ist, wirkt der Anschaffungspreis entsprechender Heizsysteme auf viele Verbraucher zunächst hoch. Trotzdem lohnt sich der Umstieg auf lange Sicht. Anders als Eigenheimbesitzer haben Mieter hier nur wenig Einflussmöglichkeiten. Sie können sich per Vergleichsportal höchstens den günstigsten Gasanbieter suchen. Allerdings akzeptieren einige Dienstleister wegen der steigenden Preise momentan keine Neukunden mehr. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Übrigens müssen Vermieter, die den Gasanbieter ihrer Mieter wählen, ab einem zehnprozentigen Anstieg der jährlichen Heizkosten einen Gasvergleich vornehmen lassen. In Einzelfällen liegt hier ein Verstoß gegen den Wirtschaftlichkeitsgrundsatz vor, der Mietern eine Kostenkürzung auf angemessene Höhe erlaubt.

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