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Buchtipp

Kann Lesen uns Freiheit schenken?

Frau liest Buch

In der Schulzeit habe ich ein Buch nach dem anderen verschlungen, aber in den letzten Jahren hatte ich einfach immer weniger Zeit und vor allem fehlte mir die Ruhe dazu. Ein Effekt, den wahrscheinlich viele von uns kennen. Das wollte ich für mich ändern. Ich weiß noch, wie gut es meinem jüngeren Ich getan hat, sich in anderen Welten zu verlieren und ein Abenteuer nach dem anderen zu erleben. Also habe ich mir diese Woche gezielt die Zeit genommen und mich mit einem Buch hingesetzt. Zunächst fiel es mir schwer, meine Gedanken abzustellen und mich voll auf das Lesen zu konzentrieren. Nach ein paar Tagen war ich dann aber wieder im Lesefluss und habe mich darauf gefreut das Buch wieder in die Hand zu nehmen und der Realität ein bisschen entkommen zu können.

Positive Effekte von Lesen

Wie wir schon letzte Woche beim Thema Stricken erfahren haben, kann die Stimulation unseres Gehirns sowohl positive Effekte im Hier und Jetzt für uns bereithalten als auch später im Alter. Wer seine neuronalen Verbindungen mit kreativen Tätigkeiten fit hält, der hat ein deutlich geringeres Risiko im Alter kognitiv abzubauen oder an Krankheiten wie Demenz zu erkranken. In einer Studie der Yale Universität zum Thema Lesen fanden die Forscher sogar heraus, dass die Lebenserwartung von Menschen, die pro Woche mehr als 3,5 Stunden lesen, um bis zu 23% höher ist, als jener die nicht lesen. Dieser Effekt lässt sich darauf zurückführen, dass Lesen Stress verringert und eben unser Gehirn stimuliert. Lesen verbessert die Fantasie und Vorstellungskraft. Es vermittelt neues Wissen, baut den Wortschatz aus und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Lesen soll sogar die emotionale Intelligenz erhöhen und so Leser zu emphatischeren Menschen machen. All diese positiven Eigenschaften führen dazu, dass Lesen unsere Lebenserwartung verlängern kann.

Therapeutische Möglichkeiten

Zusätzlich zu den bereits genannten Vorteilen haben Forscher einer Studie aus Liverpool außerdem feststellen können, dass Lesen auch therapeutischen Nutzen aufweist. Sie fanden heraus, dass sich das soziale, mentale, emotionale und psychologische Wohlergehen von Patienten mit Depressionen nach vermehrtem Lesen deutlich verbesserte. Das soziale Wohlergehen wurde laut der Studie dadurch verbessert, dass das Selbstbewusstsein der Probanden gestärkt und ihre Kommunikationsfähigkeiten gefördert wurden. Positive Effekte auf das mentale Wohlergehen hatte die gesteigerte Konzentrationsfähigkeit und die Anregung der Neugier darauf neues zu Lernen und zu verstehen. Für das emotionale Wohlergehen wurde vor allem die gesteigerte Selbstreflektion als positiv bewertet, da die Betroffenen als Folge besser in der Lage waren ihre Probleme präzise zu artikulieren.

Nutzen für uns?

Auch Lesen gehört also zu den Dingen, die uns derzeit ein bisschen das Leben erleichtern können. Wenn es auch kein Allheilmittel für die mentale Gesundheit ist, so hat es doch viele positive Effekt, die uns gerade jetzt in Zeiten einer globalen Pandemie und Lockdown zumindest ein wenig unterstützen können.

Kann uns Lesen also ein bisschen Freiheit schenken?

Für mich persönlich sehe ich das so. Auch wenn wir gerade vielleicht nicht die Dinge tun und erleben können, die wir gerne wollten, können wir durch Lesen in andere Welten eintauchen und so die Realität mal hinter uns lassen. Egal ob in fantastische Welten oder Welten, die unserer vor der Pandemie gar nicht mal so unähnlich sehen- es ist eine Möglichkeit sich zumindest in der Welt im eigenen Kopf frei bewegen zu können.

Leseempfehlungen

Wer in eine reich gestaltete und faszinierend magische Welt mit interessanten Charakteren abtauchen möchte, dem kann ich nur wärmstens die „Gilde der schwarzen Magier“ von Trudi Canavan empfehlen. Auch die Sonea-Reihe und ihre anderen Bücher sind es definitiv wert gelesen zu werden! Die „Gilde der schwarzen Magier“ ist allerdings die Reihe in ihrem Werk, zu der ich schon mehrfach zurückgekehrt bin, einfach, weil die Geschichte so gut ist.

Wer lieber Sachbücher mag und sich vielleicht ein bisschen weiterbilden möchte, dem kann ich es nur dringendst ans Herz legen sich einmal „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez durchzulesen. Der Spiegel-Bestseller thematisiert die Gender-Data-Gap und die Probleme, die entstehen, weil uns die Daten fehlen, um es besser zu machen. So wurden Autos z. B. jahrelang nur mit männlichen Crashtest- Dummies getestet, was dazu geführt hat, dass Frauen heutzutage einer 47% höheren Chance ausgesetzt sind bei Autounfällen schwer verletzt zu werden als Männer. Und das ist leider nur eins der vielen Beispiele, die im Buch genannt werden. Ich will nicht lügen. Der Impuls das Buch aus dem Fenster zu werfen ist an manchen Stellen schon sehr stark, aber im Endeffekt bin ich doch sehr froh etwas aufgeklärter durch die Welt zu gehen.

Quellen
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277953616303689
https://www.liverpool.ac.uk/media/livacuk/iphs/web_version_therapeutic_benefits_of_reading_final_report_Mar.pdf

Foto: Josephine W.

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