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Kirche&Religion

Corona hinterlässt bei der Caritas tiefe Spuren

Caritas-Delegierte diskutieren Auswirkungen der Pandemie und stellen neue Weichen –
Luisa Neubauer zu Gast / Vertreter aus dem Erzbistum Paderborn in bundesweite Gremien gewählt.

Berlin/Paderborn (dcv/cpd). Die Corona-Pandemie hat die Caritas extrem gefordert und tut es immer noch. Das sagte Caritas-Präsident Peter Neher nach der diesjährigen (digitalen) Versammlung der mehr als 150 Delegierten des Deutschen Caritasverbandes. Mit enormem Einsatz und Innovationsgeist werde in der Caritas alles getan, damit Menschen in Not weiterhin begleitet werden können. Denn die Folgen der Pandemie für die Menschen seien gewaltig – gesundheitlich, finanziell, emotional und psychisch.

Umso wichtiger sei es, dass die Schutzschirme für die soziale Infrastruktur über den 31. Dezember verlängert würden, sagte Neher. Dank der Unterstützung der Politik könne die soziale Infrastruktur bisher zwar aufrechterhalten werden. „Aber die sozialen Einrichtungen und Dienste werden im Januar im Regen stehen, wenn es zu keiner Anschlussregelung kommt“, so der Caritas-Präsident. Insbesondere kleinere Rehaeinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe kommen finanziell in Bedrängnis, wenn die Refinanzierungsmöglichkeiten nicht die aktuellen Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen berücksichtigen. Im schlimmsten Falle können Einrichtungen insolvent gehen und viele Menschen nicht mehr versorgen und betreuen.

Klimaschutz sozial gerecht gestalten

Das Thema Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit spielte eine maßgebliche Rolle bei den Beratungen der Caritas-Delegierten. Die Auswirkungen der Klimakrise spürten als Erste die Schwächsten, die Menschen im globalen Süden, aber auch bei uns die älteren Menschen, einkommensschwache Haushalte, Kinder und Jugendliche – genau die Zielgruppen der Caritas. „Für uns sind Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit nicht voneinander zu trennen und eine der aktuell größten Herausforderungen,“ sagte Neher.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer (Fridays for Future), Gastrednerin der Versammlung, rief die Caritas dazu auf, „selbstbewusst und souverän“ politischen Druck im Kampf gegen die Klimakrise auszuüben. „Diesen Auftrag nehmen wir gerne und beherzt an“, so Neher. Alle Ebenen des Verbands wollen insbesondere die Bereiche Gebäude, Beschaffungswesen, Mobilität und Finanzanlagen in den Blick nehmen. Zielmarke ist die Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 – ein sehr ambitioniertes Ziel, mit dem sich aber die Vertreterinnen und Vertreter des Verbandes mit großer Mehrheit identifizieren können. Bei den Forderungen, für die sich die Caritas politisch einsetzen wird, liegt der Fokus auf Maßnahmen, die weitreichenden Klimaschutz und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit befördern. Zum Beispiel eine effektive CO2-Bepreisung mit einem Rückerstattungsmodell an die Bürger.

Vertreter aus dem Erzbistum Paderborn in bundesweiten Caritas-Gremien Bei der Besetzung der Gremien des Deutschen Caritasverbandes wurden auch drei Vertreter aus dem Erzbistum Paderborn gewählt: Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig wurde in den Caritasrat gewählt, der die Funktion eines Aufsichtsrates hat und über verbandliche, politische und fachliche Fragen von besonderer Bedeutung entscheidet. Diözesan- Caritasdirektorin Esther van Bebber und Christian Stockmann, Vorstand des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, wurden in die Kommission „Mitarbeit in der Caritas“ gewählt, Esther van Bebber zudem in die Arbeitsgemeinschaft zur Änderung der Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission. Die Kommission ordnet im Bereich der Caritas das kircheneigene Arbeitsvertragsrecht.

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