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Schuljahresstart 2020/2021

Am Mittwoch beginnt in NRW und damit auch in den Schulen in Ostwestfalen-Lippe wieder die Schule. Die Coronapandemie wird diesen Schulstart und auch das gesamte anstehende Schuljahr weiter massiv beeinflussen. Einen „Normalbetrieb“ wird es auch weiterhin nicht geben.

Die Politik hat in den letzten Wochen zahlreiche Maßnahmen vorgestellt, um einen „angepassten Schulbetrieb“ zu ermöglichen. Leider handelt es sich bei den vorgestellten Maßnahmen oft um Symbolpolitik, die die Schulen nicht wirklich unterstützt.

Als GEW OWL fordern wir seit langem, dass alle Beschäftigten an den Schulen regelmäßig getestet werden sollen, um zu verhindern, dass Schulen zu Hotspots werden. Die nun vom Land vorgegebene Organisation wird aus unserer Sicht allerdings dazu führen, dass kaum jemand getestet wird. „Die 14 tägige Testung bei den Hausärzten soll außerhalb der Dienstzeiten stattfinden. Leider bieten viele Hausärzte gar keine Testmöglichkeiten an oder aber nur innerhalb der Dienstzeiten der Kolleginnen. Erste Rückmeldungen zeigen schon jetzt, dass sich viele Kolleginnen daher nicht testen lassen können.“, so Stephan Osterhage-Klingler von der GEW OWL.

„Es ist aber enorm wichtig, rechtzeitig zu erkennen, wo sich das Coronavirus ausbreitet. Von daher erwarten wir, dass hier andere, praktikablere Lösungen, wie zum Beispiel eine regelmäßige Pooltestung der Beschäftigten an den Schulen, ermöglicht wird.“

Auch die vollmundigen Ankündigungen, dass die Schulen schnell mit zusätzlichen Lehrkräften ausgestattet werden, stellt sich in der Realität anders dar. „Für die etwa 600 Schulen in Ostwestfalen-Lippe sind insgesamt etwa 135 Stellen vorgesehen, von denen mehr als ein Drittel als prekäres Beschäftigungsverhältnis auf ein Jahr ausgelegt ist und ein weiteres Drittel fest an die Gymnasien geht.“, kritisiert Dietmar Winsel (GEW OWL). „So werden die Schulen in Zukunft nicht besser aufgestellt und können kurzfristige Ausfälle nicht besser auffangen.“

Auch die in der Öffentlichkeit viel diskutierte Maskenpflicht sieht die GEW OWL kritisch. „Selbst wenn eine Maskenpflicht aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist, was wir nicht bestreiten, ist sie im Unterrichtsalltag aller Schulformen aus pädagogischer Sicht und auch unter Gesichtspunkten der Kommunikation nicht umsetzbar“, erklärt Barbara Ritter und Stephan Osterhage-Klingler ergänzt: „Gerade an vielen Förderschulen zum Beispiel mit schwerstmehrfach oder geistig behinderten Kindern ist dies nicht über viele Stunden umsetzbar. Auch im Bereich von Kindern mit einer Sprachbehinderung oder einer Hörschädigung verhindern Masken eine angemessene Kommunikation und Förderung.“ Aus Sicht der GEW OWL muss auch an Schulen vielmehr das Abstandsgebot weiter gelten und Klassen bei Bedarf geteilt werden. Auch CO2-Ampeln können eine Möglichkeit darstellen, um die regelmäßige und zwingend notwendige Lüftung der Räume sicherzustellen. Hiervon hat sich die Landesregierung leider nichts angenommen.

„Aus unserer Sicht werden die Schulen weiterhin alleine gelassen und erhalten zu wenig Unterstützung von Seiten der Politik. Vieles wird auf die Schulen und die Kolleginnen vor Ort abgewälzt und die fehlende Unterstützung wird durch teils unrealistische Versprechungen und Maßnahmen kaschiert.“, resümiert Osterhage-Klingler. „Es wird auch im anstehenden Schuljahr sicherlich weiter zu kurzfristigen Schulschließungen kommen. Hierzu haben die Schulen so gut wie keine Unterstützungsangebote erhalten. Die Landesregierung hat zwar viel Geld für eine bessere Digitalisierung versprochen und teilweise schon ausgegeben, das kommt aber sehr spät und wird in der Umsetzung dauern. Fortbildungen und auch umsetzbare Konzepte fehlen hierzu noch immer. Leider werden die Kolleg*innen mit der schwierigen Situation weiter alleine gelassen.“

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