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Klimawandel als Herausforderung: Wohneigentümer fühlen sich nicht mehr sicher

Klimawandel als Herausforderung: Wohneigentümer fühlen sich nicht mehr sicher

Mit 240 km/h fegte Orkan Friederike im Januar 2018 über Deutschland. Verstärkte Hitzewellen, Starkregen oder Unwetter – der Klimawandel und seine meteorologischen Ausnahmezustände zeigten sich in den letzten Jahren in beschädigten Bahnstrecken und umgestürzten Bäumen. Auch Häuser wurden verstärkt in Mitleidenschaft gezogen und ganze Dächer abgedeckt. Da der Nordosten Deutschlands besonders häufig von starken Regenfällen betroffen ist, zeigen sich die Bewohner dort besorgt um ihre Wohnsituation. 34 Prozent befürchten, dass ihre Wohnung nicht ausreichend vor extremen Wetterlagen geschützt ist. Rund 30 Prozent der Bürger in anderen Bundesländern teilen diese Einschätzung. Zu diesen Schlüssen kommt eine repräsentative Studie der Bausparkasse BHW, die untersucht hat, ob sich die Menschen um ihre Wohnsituation Sorgen machen und etwas gegen die wachsenden Wettergefahren unternehmen wollen. Diverse kleine und große Maßnahmen helfen, Ihr Zuhause sicher, aber dennoch umweltfreundlich zu gestalten.

Wie baue oder renoviere ich klimasicher?

Eine Maßnahme für Klimasicherheit wäre beispielsweise das Begrünen von Hausdächern. Hausbesitzer oder Eigentümer einer Wohnung erhöhen mit Pflanzen auf dem Dach einerseits den Wert des Gebäudes, andererseits die Klimasicherheit. Das Gründach absorbiert Regenwasser, dämpft Schall und schützt das Dach vor Witterungseinflüssen. Die Haltbarkeit verdoppelt oder verdreifacht sich. Der Grundwasserspiegel wird zudem geschont und Überschwemmungen vorgebeugt, die Pflanzen filtern Feinstaub und reinigen die Luft. Da ein Gründach die Temperatur auf dem Dach verringert, funktionieren auch Solarmodule effizienter. Gerade für die Einwohner von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, die zu 41 Prozent ihre Häuser als nur unzureichend vor Sturm, Hagel oder Überschwemmungen geschützt fühlen, wären das Handlungsalternativen.

Kleine Investitionsbereitschaft, große Angst

Die Sorge der Bevölkerung um ihr Heim ist groß, das Bedürfnis nach einem umweltgerechten Zuhause zudem. Bei konkreten Fragen zu den Themen Energieberatung, Energieausweis oder umweltfreundliche Heizanlagen sollten Sie einen Energieberater, Gutachter oder zertifizierten Immobilienberater befragen. „Zukunftssicherheit in der Immobilienbranche ist ein großes Thema, da extreme Wetterbedingungen zunehmen“, so Oliver Hanning, Immobilienberater für Paderborn. „Grünflächen in Städten oder die Errichtung von Gebäuden über der zu erwartenden Überschwemmungsfläche eines Flusses sind groß gedachte Lösungen. Oft reichen schon freie Regenrinnen und Fallrohre gegen Überschwemmung, bruchsichere oder spezielle Fenster für hochwassergefährdete Regionen gegen Wind und Überschwemmung oder die Begrünung des Daches aus“, so der Experte.

Schutzmaßnahmen für Haus und Wohnung

Auch einfache Maßnahmen lassen Ihr Haus oder Ihre Wohnung klimasicher dem Wetter trotzen. Untersuchen Sie Ihre Immobilie einmal im Jahr auf Schwachstellen wie defekte Dächer oder lose Dachziegel. Beheben Sie diese Mängel. Rückstauklappen oder -membranen helfen gegen verstopfte Abflüsse oder Regenrinnen. Außerdem verhindern sie einen Rückfluss im Falle einer Überschwemmung. Zudem sollten Fenster und Türen wasserdicht schließen. Je nach Bedarf muss hier nachgerüstet werden. In der Architektur werden weitere Lösungen entwickelt: Eine Stromversorgung durch Sonnenkollektoren macht Wohnbesitzer im Falle einer Überschwemmung autark, schlagfestes „Hurrican-Glas“ zersplittert bei Stürmen weniger. Hightech-Lösungen wie magnetorheologische Flüssigkeit, die Gebäude bei starken Winden stabilisiert und sogar im Falle eines Erdbebens schützt, sind zudem Zukunftsprojekte.

Umweltfreundlich bauen oder renovieren

Falls Sie neu bauen, ist es ein Leichtes klimafreundlich zu planen. Niedrigenergiehäuser zeichnen sich durch eine hervorragende Dämmung der Fenster und eine intelligente Belüftung aus. Sonnenlicht und Körperwärme schaffen ein angenehmes Raumklima und alternative Heizformen sorgen im Winter für klimafreundliche Wärme. Ökologisch gesund ist beispielsweise Erdwärme, die über Wärmepumpen die Häuser versorgen. Diese können über Ökostrom oder Windkraft betrieben werden. Auch Gas oder Biogas-Heizungen in Kombination mit Solaranlagen für den Warmwasserverbrauch sind eine klimaschonende Variante, außerdem Holzpelletheizungen. Beim Kauf eines Hauses sollten Sie einen Blick in den Energieausweis werfen, um den Verbrauch einschätzen zu können. Entscheiden Sie sich bestenfalls für ein Haus mit energieeffizienter Bauweise oder planen Sie ein finanzielles Budget für den Austausch der alten Ölheizung und das Dämmen der Heizungsrohre ein. Die EnEV, die Energieeinsparverordnung der Bundesregierung, regelt verbindlich die Dämmung und das Heizsystem beim Kauf alter Häuser. Dort ist zudem eine Nachrüstungspflicht für nicht klimafreundliche Heizsysteme und Bauweise innerhalb von 2 Jahren festgelegt. Auch Altbauten sind umweltfreundlich gestaltbar: Mehrfach verglaste Fenster halten Wärme in der Wohnung, Außenwände oder Dächer können gedämmt werden, die Heizung durch eine umweltfreundliche Variante ersetzt werden.

In Mietwohnungen umweltfreundlich wohnen?

Falls Sie zur Miete wohnen, sind Sie natürlich auf die Kooperationsbereitschaft des Vermieters angewiesen. Stoßen Sie dennoch Klimaschutzmaßnahmen in Richtung erneuerbare Energien an, denn der Großteil der Investitionen lohnt sich finanziell für die Eigentümer, Wohnungsgesellschaft oder Genossenschaft. Elektrische Boiler mit einem extrem hohen Stromverbrauch könnten beispielsweise durch Solarkollektoren oder eine Gastherme ersetzt werden. Ganze 60 Prozent des Dusch- und Warmwassers sind in Deutschland über Solarthermie zu erhitzen, in sonnigen Breiten sogar 100 Prozent. Sprechen Sie mit dem Hauseigentümer. Eine Investition in erneuerbare Energien ist häufig förderwürdig.

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