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Wirtschaft

Heimische Wirtschaft leidet unter der Corona-Krise

75 Prozent der lippischen Unternehmen rechnen für 2020 mit Umsatzeinbußen“, fast Axel Martens, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) das Ergebnis der dritten Blitzumfrage zusammen. Ein Siebtel der 400 antwortenden Betriebe informiert über ein Umsatzminus von mehr als 50 Prozent. Bei einem Sechstel der Unternehmen ist zur Zeit noch keine Einschätzung möglich. Die Folgen sind gravierend: Jedes dritte Unternehmen befürchtet mittlerweile, dass ein Insolvenzantrag gestellt werden muss. In der Umfrage Ende März lag dieser Anteil „nur“ bei einem Fünftel.

Auch wenn die ersten Schritte zum Wiederanlaufen der Wirtschaft gegangen worden sind, fehlt vielen der besonders betroffenen Unternehmen wie Gastgewerbe und Reisebüros noch immer eine belastbare Perspektive, wie es für sie weitergehen kann. Unter Beachtung der Anforderung des Gesundheitsschutzes gilt es nun, Wege für diese Unternehmen aufzuzeigen.

Ein schneller Einstieg in den Ausstieg ist für den Großteil der befragten Unternehmen realistisch umsetzbar. In knapp der Hälfte der antwortenden Unternehmen läuft der Betrieb aktuell, wenn auch teils mit Einschränkung. Weitere 23 Prozent benötigen nach eigenen Angaben keine Vorlaufzeiten für ein volles Wiederanlaufen. Bei einem Viertel der Unternehmen sind hingegen Vorbereitung von mindestens einer Woche bis über einen Monat erforderlich, bevor der Betrieb wieder anlaufen kann. Fazit: die Unternehmen benötigen schnell Planungssicherheit über die weiteren Schritte des Wiederanfahrens, damit sie ihre Geschäfte hochfahren können.

Ein erfolgreiches Wiederanfahren ist abhängig von der Nachfrage der Konsumenten. Der Wiedereinstieg erfordert aber auch eine umfassende Kommunikation, um Sicherheit im Umgang untereinander wiederherzustellen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung kann die Umsetzung von wirksamen und vertrauensbildenden Schutz- und Hygienemaßnahmen sein. Daher setzt ein Fünftel der Befragten auf arbeitsorganisatorische Maßnahmen zur Sicherung von Gesundheit und Hygiene. In der Industrie und im Großhandel hängt das Wiederanlaufen von ihren Lieferketten ab. 22 Prozent der lippischen Unternehmen können ohne Bedingungen wieder durchstarten.

Unternehmen bereiten sich derzeit intensiv auf den Einstieg vor, in dem sie eigene Schutz – und Hygienemaßnahmen planen. Oberste Priorität haben dabei Maßnahmen zur Einhaltung der Mindestabstandsregeln und der Bereitstellung von Desinfektionsangeboten für Kunden und Mitarbeiter. Viele Unternehmen versuchen Hilfsmittel wie Mundschutz oder Handschuhe für ihre Mitarbeiter – aber auch für ihre Kunden – zu organisieren. Immer mehr Unternehmen setzen auf Alternativen zum persönlichen Kundentermin. Ein Anzeichen, dass sich auch dauerhaft die Arbeitsorganisation ändern könnte.

Von der Politik erwartet die Wirtschaft, dass kurz- bis mittelfristig bei den Soforthilfen in Form von Zuschüssen nachgesteuert wird. Unternehmenssteuersenkungen könnten ebenfalls in der jetzigen Situation zu Erleichterung führen. Damit die hohen Anforderungen an Schutz- und Hygienemaßnahmen erfüllt werden können, müssen ausreichend Hilfsmittel am Markt verfügbar sein. Zehn Prozent der Unternehmen benötigen keine staatliche Unterstützung um die Corona Krise zu überwinden.

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