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Paderborn

Corona-Pandemie: Wandlung im gesellschaftlichen Leben

Linke setzen sich für bessere Gesundheits- und soziale Vorsorge ein. Paderborn soll Hilfe für Frauen in schwierigen Lebenslagen anbieten.

Die Corona-Pandemie verändert zurzeit das Leben der Menschen in vielen Bereichen. In dieser unsicheren Situation sind Zusammenhalt und Solidarität gefragt. In Paderborn gibt es Anlaufstellen für Hilfsbedürftige, u.a. die Gruppe „Unser Hochstift rückt zusammen“, die unter der Telefonnummer 544 95 13 zu erreichen ist (Nachricht auf Band hinterlassen).

Dennoch gibt es einige Bereiche, in denen (noch) nicht ausreichend vorgesorgt ist. Krankenhäuser leiden seit Jahren unter den Bedingungen des Wettbewerbs und massiven Einsparungen. Ausreichend und angemessen bezahltes Pflegepersonal fehlt. Auch andere Beschäftigte sind betroffen. In Paderborn arbeiten ca. 14.000 Menschen im Niedriglohnsektor. Dort bringen Lohnausfälle Familien schnell in Bedrängnis.

“Das Kurzarbeitergeld ist notwendig. Während die Arbeitgeber jedoch die Sozialversicherungskosten komplett erstattet bekommen, sinkt der Lohn auf 60% (67% mit Kindern). Das wirkt sich direkt im Alltag der Menschen aus und später auch bei der Rente”, sagt Reinhard Borgmeier, Vorsitzender der Linkfraktion, und fordert: “Rentner/Innen, Arbeitslose und behinderte Menschen, die Sozialhilfe erhalten, brauchen einen Zuschuss für die Gesundheitsvorsorge.” Auch die Soloselbständigen und Künstler/Innen dürfe man nicht vergessen, hier sei oftmals jeder Ausfall existenzbedrohend. Die Linke trete daher neben der Gesundheitsvorsoge für eine umfassende soziale Vorsorge ein, so Borgmeier.

Auf ein weiteres Problem weist Bürgermeisterkandidatin Elke Süsselbeck hin. Es geht um Frauen in besonders schwierigen Lebenslagen. Frauenhäuser im Umkreis von 100 km um Paderborn haben keine freien Plätze mehr für Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen. Sie sind – häufig zusammen mit ihren Kindern – sich selbst überlassen. In einer ähnlich schwierigen Lage befänden sich auch Prostituierte, deren Bordellbetriebe aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen worden sind.

Langfristig müsse es für diese Frauen mehr Programme geben, die den Ausstieg ermöglichen. In der momentanen desolaten Unterkunfts-Situation sieht Süsselbeck die Stadt Paderborn in der Pflicht zu helfen. “Die Verwaltung sollte prüfen, ob sie für betroffene Frauen und ihre Kinder eine – kostenlose – Unterkunft in einem der zurzeit leerstehenden Hotels zur Verfügung stellt. Wir dürfen diese Frauen nicht sich selbst und ihrem Schicksal überlassen“, mahnt Süsselbeck und fordert: Die Stadt muss hier schnell und unbürokratisch helfen.”

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