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Umwelt&Energie

Über 20 Freiwillige im Einsatz für die Renaturierung der Eggemoore

Freiwillige bei der Arbeit

Über 20 Freiwillige aus ganz Deutschland sind vom 1. bis 8. September 2019 mit dem Bergwaldprojekt e.V. zum letzten Mal im Einsatz in den Eggemooren bei Lichtenau. Sie arbeiten an der Wiedervernässung der Hoch- oder Regenmoore, um deren Renaturierung einzuleiten. Damit leisten sie einen Beitrag zum Erhalt des gefährdeten Lebensraumtyps und lernen diesen intensiv kennen. Ziele der Einsatzwoche sind, gemeinsam einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation am Projektstandort zu leisten und die Sensibilisierung für eine nachhaltige Lebensweise auch über die Projektwoche hinaus.

Unter der Anleitung von Lutz Rohland vom Bergwaldprojekt e.V. werden die Ehrenamtlichen Weiden und Faulbaum im Eselsbett entbuschen, im Sauerbachtal Fichten und Weiden entnehmen und Querbauwerke im Schwarzen Bruch errichten. Kooperationspartner sind die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne und das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Bezirksregierung, und Wald und Holz NRW mit seinem Regionalforstamt Hochstift. Roland Schockemöhle vom Regionalforstamt Hochstift über den Einsatz: „Die Freiwilligen leisten in dieser erlebnisreichen Woche einen persönlichen Beitrag zur Renaturierung des faszinieren-den Ökosystems Hochmoor. Damit unterstützen sie die Biologen und uns Forstleute bei der praktischen Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen dieser schützenswerten Lebensräume.“ Die Maßnahmen sind Teil des LIFE+-Projekts Eggemoore, das von den drei letztgenannten Partnern bis 2019 umgesetzt wird. Finanziell gefördert werden sie mit Mitteln des Landes NRW und des Förderinstruments LIFE der Europäischen Union.

Untergebracht ist die Gruppe im Naturfreundehaus In der Schnat am Fuß des Velmerstots. Die Woche über kümmert sich ein Koch um die vegetarische, biologische und möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Teilnehmenden.

Neben der Arbeit ist auch eine Exkursion geplant, um das Moor in seinen wichtigen Funktionen als Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und als enormen Wasser- und Kohlenstoffspeicher näher kennenzulernen. Moore entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid und speichern es im Torfkörper. Sie gehören zu den empfindlichsten und am stärksten gefährdeten Ökosystemen in Deutschland. 95 % unserer Moore sind im Laufe der letzten Jahrhunderte vom Menschen zerstört worden. Dem Schutz und der Renaturierung der noch vorhandenen, oftmals stark beschädigten Restmoorflächen kommt eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz und für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu.

Lutz Rohland vom Bergwaldprojekt e.V. weiß außerdem: „Indem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich für ihre Umgebung engagieren, entwickeln sie oftmals auch neue Beziehungen zur Natur. Die freudvollen Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken die Ehrenamtlichen darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Somit tragen die Freiwilligen zu einem gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.“
Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Wochen mit jährlich ca. 2.500 Teilnehmenden. 2019 finden 117 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden. Anmeldungen zu den Projektwochen unter bergwaldprojekt.de.

Foto: Barbara Ritzkowski

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