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Politik&Gesellschaft

Abgänger ohne Schulabschluss

Bildungspolitik muss Premium-Thema werden

Düsseldorf. Wissen ist die fundamentale Ressource unserer Gesellschaft. Da alarmieren die jüngsten Zahl des statistischen Landesamtes IT.NRW Bildungspolitik und Wirtschaft: Von 211.083 Schulabgängern verließen im Sommer 2014 in NRW 11.695 die allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss. Das bedeutet: Etwa fünf Prozent des Nachwuchs erreicht die Mindestvoraussetzung zur Aufnahme einer Berufsausbildung nicht.

Die Entwicklung an den Hauptschulen in Teilen des Landes sei besorgniserregend und ein dringender Handlungsauftrag für die Bildungspolitik, befindet Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW): "Der Mittelstand kann die Lücke, die in den Hauptschulen in diesen Tagen gerissen wird, nicht vollständig ausgleichen. Kleinen Unternehmen und Handwerksbetrieben fällt es aus Zeitmangel und Personalknappheit schwer, die Ausbildungsreife junger Bewerberinnen und Bewerber zu stärken. Vielen jungen Bewerbern fehlen Grundlagenkenntnisse, die die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung extrem erschweren. Gerade in sozialen Brennpunkten muss die Gesellschaft mit mehr Sozialarbeit und verstärkter persönlicher Betreuung schwächerer Schülerinnen und Schüler Präsenz zeigen und unterstreichen, dass niemand auf dem Weg in die Berufswelt fallengelassen wird."

Dass neue Lehrkräfte und Sozialarbeiter das Budget über Gebühr belasteten, sei kein stichhaltiges Argument, so Schulte: "Die jüngste Steuerschätzung zeigt eindeutig: Wir sind ein reiches Land mit stark expandierenden öffentlichen Haushalten. Es ist möglich, in Kooperation mit der lokalen Wirtschaft frühzeitige Berufsorientierung zu organisieren. Wir müssen Druck machen und die Priorisierung der Finanzmittel des Staates deutlich artikulieren: Bildungsfragen haben Vorrang, teurer Unsinn wie die Rente mit 63 oder das Betreuungsgeld gehört in die politische Asservatenkammer."

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