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Sport

Roger Federer schreibt mit seinem 1.000 Sieg erneut Tennisgeschichte

  • Nur Jimmy Connors und Ivan Lendl waren zu ihrer Zeit noch erfolgreicher
  • In diesem Jahr kommt der Schweizer zum 13. Mal zu den GERRY WEBER OPEN 
  • Turnierdirektor Ralf Weber: "Wir werden wieder einmal einen genialen Roger erleben"

HalleWestfalen. Als Roger Federer Mitte des Jahres 2013 in die schwerste sportliche Krise seiner Laufbahn geriet, der Schweizer gewann lediglich die GERRY WEBER OPEN in HalleWestfalen in drei Sätzen gegen den Russen Mikhail Youzhny, empfahlen ihm selbst wohlmeinende Experten den Rücktritt. Abdanken solle der angeschlagene Maestro, bevor er seinen Ruf mit bitteren Niederlagen gegen namenlose Rivalen beschädige. Doch von solch harschen Zwischenrufen hat er sich nicht beirren lassen: "Wenn ich spüre, nicht mehr mit den Besten mithalten zu können, bin ich der Erste, der seinen Abschied nimmt." Aber soweit ist es noch nicht. Noch lange nicht.

Als sich am 11. Januar abends um 21.22 Uhr Ortszeit im australischen Brisbane der Vorhang senkte für das erste hochklassig Turnier der Saison 2015, da hatte genau jener
unverwüstliche Supermann einen neuen großartigen Meilenstein seiner Karriere erreicht. Der geniale Eidgenosse grüßte als Mann der 1.000 Siege vom anderen Ende der Welt, der die Schallmauer punktgenau im Finale mit einem Viersatztriumph über den kanadischen Ballermann Milos Raonic durchbrach. "Diesen Moment hier, den werde ich nie vergessen", sagte der gerührte Federer, der sich zu diesem denkwürdigen Erfolgserlebnis durchkämpfen musste, zum mittlerweile auch schon 83. Turniersieg seiner über anderthalb Jahrzehnte währenden Karriere im globalen Tour-Betrieb. Erinnernswert ist dieser Sieg auch deshalb für ihn, weil sein Idol Rod Laver höchstpersönlich das Gratulationskorps auf dem Centre Court führte, und verdächtig tränenfeucht schimmerten seine Augen bei der Übergabe des Siegerpokals.

Auch Halles Turnierdirektor Ralf Weber hat dies verfolgt und ist geradezu euphorisch: "Es war sicherlich damals ein Glücksfall für uns, dass er im Jahr 2000 zum ersten Mal bei uns antrat. Er kam als 18-jähriger Australian-Junior-Open-Sieger und ist bis heute geblieben. Wir können stolz darauf sein, dass der Anfang seiner Karriere und die Entwicklung zu einer weltweit geschätzten Persönlichkeit eng mit uns verbunden sind. Sein vor vier Jahren geschlossener Lifetime-Contract zeigt seine Verbundenheit mit den Gerry Weber Open auf, und wir dürfen es sportlich und menschlich genießen, ihn und seine Familie wiederhin in Halle begrüßen zu können. Ich bin davon überzeugt, dass wir und seine Fans wieder einen genialen Roger bei seinem einzigen Auftritt in Deutschland in diesem Jahr erleben werden. Meine Vorfreude ist heute schon riesig." Insgesamt trat Roger Federer zwölf Mal in HalleWestfalen an, gewann siebenmal das ATP-Rasentennisturnier und kommt auf eine Bilanz von 47 Siegen bei nur 5 Niederlagen.

Die letzten Kapitel seines Coups im Nordosten Australiens illustrierten eindrucksvoll, dass der Schweizer auch in dieser 17. Saison ein Hauptdarsteller sein wird, der immer und überall für größere Siege und Schlagzeilen gut sein wird. Auf der Zielgeraden des Brisbane International besiegte er, der inzwischen deutlich älteste aller Weltklasseleute im Herrentennis, gleich zwei der jungen Herausforderer, die immer wieder genannt werden, wenn es um zukünftige Nummer eins-Spieler geht: Im Halbfinale deklassierte Federer den Bulgaren Grigor Dimitrow, dann, im Endspiel, rang er in einer Nervenschlacht über gut zwei Stunden den Aufschlagspezialisten Raonic nieder. Und so durften ihm dann auch seine beiden Zwillingstöchter von den Rängen zujubeln, ihm, dem Daddy Cool, der nun als erst dritter Berufsspieler in der Tennismoderne den 1.000er-Sieghügel erklommen hatte – einzig Jimmy Connors (1.253) und Ivan Lendl (1.071) rangierten noch vor dem Maestro.

Viele Bestleistungen und Rekordwerte hat Federer in den Jahren seiner grandiosen Reisetätigkeit rund um die Welt aufgestellt. Doch kaum eine Marke verdeutlicht die ganze Qualität und Mentalität des Champions aus Basel so wie die 1.000 Siege. Den ersten gewonnenen Zweikampf verbuchte er im Jahr 1998 gegen den Franzosen Guillaume Raoux in Toulouse. Federer ist eben nicht nur der überragende Ästhet und Techniker, der gelegentlich schon mal als >Tennis-Mozart< beschriebene Super-Hero. Sondern auch und vor allem ein Spieler, der dank hochprofessioneller Attitüde in seiner Schaffenszeit fast völlig von schweren Verletzungen verschont blieb – schon seit Anfang dieses Jahrhunderts spielt Federer etwa alle Grand Slam-Turniere pausenlos durch, auch hier ein Rekordmann.

Roger Federer ist ein harter, methodischer Arbeiter in jeder Tennisminute, ob nun im Training oder im Ernstfall auf dem Trainingscourt, einer, der noch nie gleichmütig oder lustlos ans Handwerk gegangen wäre: "In dem Moment, wo ich keinen Spaß oder keine Motivation mehr hätte, wäre Schluss", sagt Federer, "aber das war noch nie der Fall." Auf seinem Konto hat er nun die 1.000 Siege, aber müde ist er noch längst nicht, der ewiggrüne Federer. Im letzten Jahr gewann er unter anderem zum siebten Mal die GERRY WEBER OPEN sowie vier weitere Tour-Events, stand in sechs Finals (darunter Wimbledon), was addiert 73 Siege an der Zahl ergab. So viel wie kein anderer 2013 im Profizirkus und viel weniger sollen es nach seinem Willen auch in dieser Saison nicht werden. "Ich traue mir noch einen großen Schlag zu – und sehr gute Ergebnisse eigentlich immer dort, wo ich starte", sagt Federer, so dass sich heute schon seine Fans auf sein Dabeisein im GERRY WEBER STADION freuen können.

Beflügelt fühlt er sich dabei auch von der geglückten Transformation seines Spiels im Zusammenwirken mit seinem schwedischen Trainer Stefan Edberg: Neuerdings prägen wieder mehr Aggressivität und Angriffslust die Aktionen des 33-jährigen Familienvaters, der – ganz gegen den Trend des einförmigen Grundlinienspiels – sein Heil zunehmend in der Vorwärtsstrategie sucht. So könnte er auch noch einmal in Wimbledon gewinnen. In der Ferne schimmert dann auch noch das olympische Tennisturnier von Rio de Janeiro auf, im Sommer 2016. Dort zu gewinnen, die Goldmedaille im Einzel zu holen, damit würde Roger Federer seine letzte offene Rechnung begleichen, die noch bleibt. Zuzutrauen ist ihm, dem Mann der 1.000 Siege, nach wie vor alles.

Tages und Dauerkarten sind in vier Kategorien erhältlich. Die Preise der Eintrittskarten sind im Detail im Internetportal der GERRY WEBER OPEN unter www.gerryweber-open.de nachzulesen. Der Erwerb ist sowohl unter der Tickethotline (05201) 8180 als auch unter www.gerryweber-open.de und bei allen CTS-Vorverkaufsstellen möglich.

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