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Freizeit

Auf der Bühne platze ich vor Liebe, und ich liebe meine Fans

Marius Müller-Westernhagen • 11. Oktober (Sonntag) 2015 • Beginn: 19.00 Uhr

Im Interview spricht die deutsche Rocklegende über die neue Tournee im Sommer 2015

"Auf der Bühne platze ich vor Liebe, und ich liebe meine Fans" sagt Westernhagen

Karten für die "Live 2015!"-Tour im GERRY WEBER STADION sind noch erhältlich

HalleWestfalen. Er ist wieder unterwegs! Marius Müller Westernhagen ist und bleibt einer der erfolgreichsten Künstler Deutschlands. Vor gut zwei Wochen feierte der Ausnahmesänger seinen 66. Geburtstag. Kein Grund für ihn seine Passion aufzugeben, denn die nationale Musiklegende geht im kommenden Sommer auf große Tournee durch Deutschland, die Schweiz und Österreich. Diese Live-Konzerte bieten Westernhagen-Fans die Möglichkeit, all die großartigen Songs seiner einmaligen Karriere zu sehen und zu hören. So auch am 11. Oktober (Samstag) 2015, ab 19.00 Uhr im GERRY WEBER STADION in HalleWestfalen.

Seine ungehobelte Rock’n’Roll-Aufsässigkeit der frühen Jahre, seine neugierige Experimentierfreude der späten Achtziger sowie die großen Gesten seiner Megastar-Phase. All dies verbunden mit der superben musikalischen Genialität der vergangenen Jahre erwartet das Publikum bei Westernhagens "Live 2015!"-Tour in der ostwestfälischen Eventarena. Doch bevor der begnadete Live-Künstler das GERRY WEBER STADION rocken wird, sprach Marius Müller-Westernhagen im Interview über seine große Hallen-Tournee, die Parallelität zwischen Schauspielerei und Rock’n’Roll-Bühne und seine persönlichen Gefühle zur Show und seinen Fans.

? Marius Müller-Westernhagen, nach der Clubtournee 2014 gehen Sie nun in die ganz großen Hallen und dies ohne neues Album. Ein Risiko.

Marius Müller-Westernhagen: "Dazwischen gibt es nicht viel. Außer Kongresshallen, und die eignen sich nicht für Rockkonzerte. Die Clubtournee war ein größeres Risiko. Man kann es nicht vorhersagen. Habe Sting in halbleerer Halle gesehen und Fleetwood Mac. Ich habe bisher immer Glück gehabt. Berlin war ausverkauft, man bekommt immer eine Trophäe hinterher. Was ich tun kann, ist die größtmögliche Qualität zu bieten. Ich hoffe, die Leute kommen, bisher sind sie immer gekommen."

? Wie lange ist der Vorlauf für ein Konzertprogramm und eine Tournee.

Westernhagen: "Das passiert relativ früh. Natürlich habe ich zu großen Respekt vorm Publikum, als dass sie nicht die großen Hits geliefert kriegen. Da gibt es einige, die ich immer noch sehr gerne spiele, andere können nur noch mit einer gewissen Ironie gesungen werden. Aber es werden natürlich auch Songs vom neuen Album und ‚Williamsburg‘ dabei sein. Es wird alt und neu sein, klar." ? Mit welcher Konzertdauer wird man denn rechnen dürfen. Westernhagen: "Man darf die Leute nicht total müde spielen. Man muss die Spannung halten. Ich bin ja dafür bekannt, dass sie für ihr Geld auch was geliefert kriegen."

? Welches Gefühl ist das für einen Künstler, der auf der Bühne steht und plötzlich spürt, dass die Fans alle Texte mitsingen.

Westernhagen: "Das ist natürlich zum Teil sehr schön, zum Teil aber auch irritierend, weil das Publikum nicht im Takt singt. Und ich stell mir vor, wenn man im Publikum steht und neben einem einer vollkommen falsch singt, dass man das auch nicht als so angenehm empfindet. Was noch mehr stört, ist, dass der Deutsche nicht klatschen kann. Das klingt immer wie Marschmusik, auch wenn das Stück ganz anders ist, ob das eine Ballade ist oder nicht. Das ist manchmal ein bisschen schwierig. Man sieht auch viele amerikanische Musiker hier, die versuchen, es beizubringen, wo man denn klatscht. Das ist anscheinend schwierig."

? Die (amerikanische) Band wird wieder die erprobte und bewährte sein.

Westernhagen: "Das ist ne Band. Erstmals in meiner Solokarriere, und so fühlt es sich auch an für mich und für alle anderen. Wir lieben es, miteinander zu spielen. Als die Entscheidung anstand und wir angefragt haben, haben alle sofort zugesagt. Die (Musiker) sagen auch andere Sachen dafür ab. Und Aaron Comess (Schlagzeuger) hat gesagt: Jetzt muss ich nach Deutschland kommen, um richtigen Rock’n’Roll zu spielen. Das ist ein Riesenkompliment."

? Hatte Udo Jürgens Recht, als er sang: "Mit 66 Jahren geht es los".

Westernhagen: "Ich kriege das gar nicht mit, wenn ich das höre, welches Alter ich erreicht habe. Das kommt mir vollkommen absurd vor. Es ist auch eine Entscheidung, die man trifft, und man muss – wie jeder in diesem Geschäft weiß – ökonomisch seine Kraft einteilen. Man muss sich dementsprechend fit halten, trainieren, sich dementsprechend auch ernähren, sonst kann man das nicht machen. Das ist Wissenschaft, auch ich habe sehr viel Glück, was meine Gene angeht. Und ansonsten bin ich sehr diszipliniert, weil ich das für eine Grundvoraussetzung halte. Das habe ich auch in der Schauspielerei, denn da hat man pünktlich seinen Text gelernt zu haben, sonst ist man draußen."

? Sind Parallelen zwischen Schauspielerei und Rock’n’Roll-Bühne vorhanden.

Westernhagen: "Es ist nicht so durch inszeniert wie ein Theaterstück, obwohl die Produktion so aufgebaut ist, so wird eigentlich gearbeitet. Ich möchte so detailverliebt arbeiten, aber natürlich inszeniert man nicht, wo sich Musiker auf der Bühne hinbewegen. Das ist verhältnismäßig frei. Aber natürlich soll sich keiner vertun, und das sagen auch alle anderen, ist auch ein Konzert von einer Rockband eine Inszenierung. Sonst wäre es auch kein künstlerischer Akt. Die Qualität entsteht, wenn man bereit und fähig ist, jederzeit Zugriff zu seinen Gefühlen zu haben. Wenn man bereit ist, dahin zu gehen, wo es weh tut. Nämlich jeden Abend das, was man tut, neu zu empfinden. Und damit steht man nackt da und damit ist man auch für das Publikum erkennbar verletzbar. Das ist das, was es erstens anstrengend macht, aber auch zweitens einen wirklichen Kontakt zum Publikum herstellen kann. Und dass es die Leute beim Nachhause gehen nicht gleich wieder vergessen."

? Gibt es in den ersten Reihen Fans, die Sie auf Tour begleiten.

Westernhagen: "Unglaublich, also ich kenne Leute, die sind bei jedem Konzert dabei! Da kann ich nur sagen, das ist der Wahnsinn, die müssen sparen. Das macht sehr demütig. Und dann weiß man, was man für eine Aufgabe hat, und dass man eine Verpflichtung hat gegenüber den Leuten, denen das so viel gibt, und denen das so wichtig ist! Das bestärkt mich in meiner Philosophie, dass man ihnen das Beste gibt, das man geben kann. Immer wenn man unter seine eigenen Ansprüche geht, ist das meiner Ansicht nach zynisch gegenüber dem Publikum…"

? Mit welchen Worten würden Sie das Gefühl beschreiben, auf der Bühne zu sein. Sie haben mal gesagt "Liebt euch alle und vergesst nicht zu feiern!"

Westernhagen: "Mein Gefühl auf der Bühne? Da platze ich vor Liebe, und ich liebe diese Menschen, meine Fans, die da unten sind. Aber meine Verpflichtung ihnen gegenüber ist, was auf der Bühne passiert, was auf der Platte ist. Darüber hinaus? Nein, das ist mein Privatleben, und das teile ich mit niemandem. Ich halte es auch für ein Publikum für vollkommen falsch, weil man ja jedes Geheimnis zerstört, wenn Leute alles von einem wissen. Ich verstehe überhaupt nicht, wenn Schauspieler so etwas machen. Es ist ja unglaublich viel schwieriger, die Leute in eine Illusion zu führen und eine Rolle glaubhaft zu machen, als zu sagen: ‚Hast du gehört, der ist jetzt mit der zusammen, die haben jetzt einen neuen Ferrari gekauft‘. Das ist ja furchtbar, und ich finde, das sollte ein Geheimnis bleiben, und es soll für die Leute auch etwas Besonderes sein, wenn sie sehen, wenn man auftritt und nicht wie ein Soap-Opera-Seriendarsteller."

? …und wie bringen Sie dieses Gefühl zu Ihren Fans. Was ist Ihre größte Faszination während einer Show.

Westernhagen: "Das ist etwas, was ich unglaublich gerne möchte: Dass das, was wir da tun, Empathie unter den Leuten gegenüber erzeugt. Dass sie begreifen, dass wir im Endeffekt alle gleich sind. Das hat mich immer fasziniert in Konzerten, dass verschiedene Generationen, so viele soziale Schichten, dass es in so einer gleichen Schwingung, wenn du die erzeugen kannst, eine Solidarität untereinander gibt. Dass Leute sich einander anfassen, sich zusammen freuen. Und all dieses Ganze, was alle zur Zeit bestimmt, nämlich nur Eindruck zu machen auf andere und nur zu leben, durch die Bestätigung anderer, dass das auf einmal verschwindet, und das ist auch für uns auf der Bühne wahnsinnig schön."

Eintrittskarten sind zum Preis ab 57,70 Euro zu erwerben. Tickets sind unter der Hotline (0 52 01) 81 80 erhältlich. Des Weiteren via Internet unter www.gerryweber-world.de sowie bei allen CTS-Vorverkaufsstellen. Das GERRY WEBER Ticket-Center ist wie folgt zu erreichen: Weidenstraße 2 (direkt an der B68 Richtung Osnabrück/Bielefeld gelegen), 33790 HalleWestfalen.

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